NDR startet eigene Mediathek

Dienstag, 14. April 2009
Die Mediathek des NDR soll am Mittwoch online gehen
Die Mediathek des NDR soll am Mittwoch online gehen
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Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) startet als erstes drittes Programm der Öffentlich-Rechtlichen eine Online-Mediathek. Ab Mittwochabend sollen Beiträge und Sendungen aus dem Fernseh- und Radioprogramm des NDR unter NDR.de/mediathek abrufbar sein. Features wie Stichwortsuche und Merkliste für ein individuelles Programm sollen die Bedienung erleichtern. Ebenfalls kann der Nutzer per Livestream die NDR-Programme online anschauen. Laut NDR-Intendant Lutz Marmor soll die Mediathek noch ausgebaut werden: „Im Laufe der Zeit werden wir das Angebot weiter ergänzen und verbessern." Der Rundfunkrat des NDR hatte der Mediathek Ende März zugestimmt. Das Angebot wurde auf freiwilliger Basis dem bundesweit ersten Drei-Stufen-Test unterzogen. Dabei wurde hinterfragt, inwieweit das Angebot den „demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft entspricht, in welchem Umfang es in qualitativer Hinsicht zum publizistischen Wettbewerb beitragen wird und welcher finanzielle Aufwand dafür erforderlich ist".

Die Homepages von ARD und ZDF verfügen bereits über eine Mediathek. Das ZDF startete 2007 als erster öffentlich-rechtlicher Sender mit einem Angebot dieser Art, die ARD folgte im darauffolgenden Jahr. Bereits damals sorgte der Launch für Diskussionen mit privatrechtlichen Sendern. Diese wollen die Konkurrenz durch gebührenfinanzierte Angebote einschränken.

Wie im 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag beschlossen wurde, müssen die öffentlich-rechtlichen Sender künftig ihre Angebote einem Drei-Stufen-Test unterziehen. Anfang April einigten sich die Intendantinnen und Intendanten der ARD auf ein gemeinsames Prüfverfahren und den weiteren zeitlichen Ablauf für die Tests. Ende Mai sollen die zu prüfenden Angebote an die Rundfunkräte übergeben werden. Die Prüfverfahren für die bereits bestehenden Onlineangebote der ARD einschließlich des Videotextes müssen bis zum 31. August 2010 abgeschlossen sein.

Das neue Regelungsverfahren wird immer wieder kritisiert, unter anderem weil sendereigene Gremien über das Angebot entscheiden und deren Unabhängigkeit bezweifelt wird. HOR
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