N24-Redaktionssausschuss fordert gesetzliche Richtlinien

Mittwoch, 19. Mai 2010
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Der Redaktionsausschuss des zum Verkauf stehenden Berliner Nachrichtensenders N24 unterstützt den aktuellen Vorstoß der Landesmedienanstalten. Diese fordern in ihrem Programmbericht eine Selbstverpflichtung der großen Sendergruppen Pro Sieben Sat 1 und der Mediengruppe RTL Deutschland, um die Informationsvielfalt in privaten Fernsehvollprogrammen zu sichern. "Die Politik muss endlich klare gesetzliche Richtlinien vorgeben", so der N24-Redaktionsausschuss. Der Sender gehört zu Pro Sieben Sat 1. CEO Thomas Ebeling hatte Ende 2009 angekündigt, alle Optionen zu prüfen, um die Kosten der Nachrichtenproduktion zu senken. Auch einen Verkauf schließt er nicht aus. Die Entscheidung, ob massiv gespart wird oder der Sender via Management-Buy-Out an Geschäftsführer Torsten Rossmann und Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust verkauft wird oder auch an einen externen Interessenten, soll bis spätestens Ende des Juni fallen.

Der N24-Redaktionsausschuss schlägt vor, die Definition von Nachrichten im Rundfunkstaatsvertrag festzuschreiben, um diese von Infotainment-Formaten abzugrenzen. Dazu formuliert das Gremium fünf Definitionen. Diese lauten:

1. Nachrichten sind neue und wahrheitsgemäß wiedergegebene Informationen; sie geben dem Zuschauer einen Überblick über aktuelle Ereignisse überall auf der Welt; sie ermöglichen dem Zuschauer, über die Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport auf dem Laufenden zu bleiben.

2. Nachrichten bedingen Hintergrundinformationen durch andere TV-Formate.

3. Nachrichten werden von ausgebildeten Journalisten ausgewählt und sorgfältig, wahrheitsgemäß und unparteiisch sowie für den Zuschauer verständlich aufbereitet.

4. Die Redaktion stellt Nachrichten nach den Kriterien von allgemeinem Interesse, Relevanz und persönlicher Bedeutung für den Zuschauer zusammen.

5. Nachrichten sind frei von offener und versteckter Werbung, Sponsoring von Rubriken muss klar gekennzeichnet sein, der allgemeine Teil der Nachrichten darf nicht versponsert werden. pap
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