Myspace schließt seine Büros in Deutschland

Mittwoch, 12. Januar 2011
Die Lücken bei Myspace werden größer
Die Lücken bei Myspace werden größer

Gestern sickerte bereits durch, dass das Netzwerk Myspace weltweit rund die Hälfte seiner Mitarbeiter entlässt. Insgesamt 500 Arbeitsplätze werden im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung abgebaut. Heute wird bekannt, was das für den deutschen Standort bedeutet: Die Fox Interactive Media Germany GmbH, die für den Betrieb der Plattformen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortlich ist, wird dichtgemacht. Bereits Ende Februar wird der Betrieb an allen Standorten eingestellt. In diesem Zuge verlieren 30 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze. "Ich bedauere die Entscheidung von Myspace sehr, den Geschäftsbetrieb in Deutschland einzustellen", kommentiert Joel Berger, der als Managing Director Fox Interactive Media Germany für Myspace Deutschland verantwortlich zeichnete. "Das deutsche Myspace-Team kann auf vier erfolgreiche Jahre zurückblicken und stolz sein darauf, mit Myspace den Weg für Social Media in Deutschland geebnet zu haben." Berger verliert mit der Schließung der deutschen Dependance ebenfalls seinen Posten. Wohin er wechselt, ist bislang unklar.

Ab sofort nimmt Fox Interactive Media Germany keine neuen Kundenaufträge mehr an und bucht keine neuen Kampagnen mehr ein. Bestehende Aufträge und alle laufenden Kampagnen werden laut einer Unternehmensmitteilung aber noch erfüllt und ausgeliefert. Myspace wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiterhin in deutscher Sprache verfügbar sein. Für die Vermarktung der Social Entertainment Plattform will Myspace, Inc. strategische lokale Partnerschaften eingehen.

Myspace ist 2003 gestartet und gehörte zu den Vorreitern unter den Social Networks. Allerdings macht der Community zunehmend die wachsende Konkurrenz insbesondere durch den neuen Riesen Facebook zu schaffen. Nachdem Medienmogul Rupert Murdoch 2005 rund 580 Millionen Dollar für Myspace hingeblättert hat, soll er nun über einen Verkauf nachdenken. Möglicherweise ist die Schließung der deutschen Büros ein Schritt, um das Unternehmen darauf vorzubereiten und für mögliche Bieter attraktiv zu machen. bn
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