Myspace droht Verlust von Google-Millionen

Freitag, 04. Juni 2010
Myspace kehrt zu seinen Wurzeln zurück
Myspace kehrt zu seinen Wurzeln zurück
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Myspace Google Facebook Krise Werbevertrag Handelsblatt


Myspace hat im Kampf gegen Facebook schon deutlich Federn lassen müssen. Zahlreiche Nutzer und Marktanteile gingen zuletzt verloren, sogar Mitarbeiter wurden entlassen. Jetzt droht sich die Krise des Social Networks weiter zuzuspitzen. Grund ist der Werbevertrag mit Google, der Ende Juni ausläuft. Der Kontrakt, der Myspace immerhin 900 Millionen Dollar über drei Jahre bescherte, wird möglicherweise nicht mehr verlängert.

Zwar verhandelt Myspace über eine Fortsetzung, doch die Chancen stehen offenbar schlecht: „Ich glaube zumindest nicht, dass er noch einmal in unveränderter Form zustande kommen wird“, lautet die für ein US-Unternehmen ungewohnt offene Aussage, mit der sich Myspace-Vize Mike Jones im „Handelsblatt“ zitieren lässt. Sollte Google komplett aussteigen, wäre das allerdings aus Sicht des Managers auch kein Beinbruch: „Dann stehen andere Partner aus dem Suchmaschinenmarkt bereit, die interessiert sind, einzusteigen“, sagt Jones, der die strategische Neuausrichtung des Networks in einem halben Jahr abgeschlossen haben will. Ziel ist es, Myspace wieder zurück zu seinen Wurzeln zu führen.

So habe sich Myspace zuletzt zu stark in Richtung Portal positioniert. „Wir brauchen keine Wettervorhersage oder Horoskop oder Unterkategorien, die jeder auch kopieren kann. Wir gehen zurück auf Content und Entdeckung“, so Jones im „Handelsblatt“. Zudem werde das Unternehmen stark in den Mobile-Bereich investieren. „Schon heute haben wir rund 20 Prozent der Nutzer, die über Mobile-Web zu uns kommen“, sagt Jones. Auch der Spiele-Bereich soll ausgebaut werden. Alle großen Spiele-Entwickler hätten bereits Mitarbeiter bei Myspace im Haus. mas
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