"Musik ist uns was wert": Gema startet erstmals Werbekampagne für Urheber

Donnerstag, 12. April 2012
Die Motive stellen die Leistung von Komponisten wie Klaus Doldinger („Tatort“-Melodie) in den Fokus
Die Motive stellen die Leistung von Komponisten wie Klaus Doldinger („Tatort“-Melodie) in den Fokus

Seit Jahren schon liefert sich die Gema ein juristisches Scharmützel mit Youtube. Stein des Anstoßes sind die massenhaften Urheberrechtsverletzungen, die User beim Hochladen von Videos begehen. Denn die enthalten oft auch geschützte Musik, für die keine Gebühren entrichtet wurden. Jetzt versucht die Gema die Debatte auf eine andere Ebene zu verlagern. Die Berliner Verwertungsgesellschaft startet erstmals in ihrer Geschichte eine Werbekampagne, mit der die Rechte der Urheber gestärkt werden sollen. HORIZONT.NET zeigt die Werbemotive vorab. Mit der ersten Kampagne für ihre Mitglieder will die Verwertungsgesellschaft das Bewusstsein stärken, dass hinter allen Musikstücken nicht nur bekannte Interpreten, sondern auch Komponisten und Textdichter stehen. Und dass diese anders als die oft millionenschweren Popstars tatsächlich von den Tantiemen leben müssen.

Bei ihrer Premiere auf der Werbebühne wird die Gema von Philipp und Keuntje unterstützt. Das Kreativkonzept der Hamburger Agentur, die sich unter anderem gegen Jung von Matt und Scholz & Friends durchsetzte, verzichtet darauf, illegale Download-Plattformen und ihre User mit erhobenem Zeigefinger pauschal zu verteufeln. Stattdessen geht es in der Kampagne „Musik ist uns was wert“ nur um die Urheber. Was den Verbrauchern ohne die Leistung der Komponisten so alles fehlen würde, wird auf den sechs Motiven deutlich, die ab Mitte April bis Ende August in 14 Städten plakatiert und in Print- und Onlinemedien geschaltet werden. Wie geschickt die Gema die Leistung ihrer Mitglieder inszeniert, zeigt das Beispiel Klaus Doldinger: „Ohne Komponisten gäbe es sonntags nicht 8.420.000 Tatorte“, heißt es auf einem der Plakate, das eine Familie beim Fernsehabend zeigt und den Komponisten der legendären "Tatort"-Melodie im Kleingedruckten als Urheber ausweist.

Einen Minuspunkt gibt es für die Mediastrategie: Zwar werden die geplanten Werbemaßnahmen in Kombination mit diversen Social-Media-Aktionen sicher eine gewisse Aufmerksamkeit erzeugen. Doch die Masse erreicht man nur über TV. Auf das reichweitenstärkste Medium wird die Gema aber aus Kostengründen verzichten. mas
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