Murdoch schasst Premiere-Chef Börnicke

Donnerstag, 11. September 2008
Der geschasste Premiere-Chef Michael Börnicke
Der geschasste Premiere-Chef Michael Börnicke

Am Montag noch hatte der "Spiegel" über die prekäre Lage beim Pay-TV-Sender berichtet, zwei Tage spät nimmt der Senderchef Michael Börnicke nach nur einem Jahr an der Spitze den Hut. "Aus persönlichen Gründen" heisst es offiziell.  Das Verhältnis von Großinvestor Rupert Murdoch zu dem Vorstandsvorsitzenden galt seit längerem als belastet, die Zahlen sollen laut Medienberichten deutlich schlechter als erwartet sein. Der Pay-TV-Sender kämpft seit Monaten mit Piraterie-Problemen und hatte im 2. Quartal ein Ergebnis nach Abschreibungen (Ebit) von minus 14,1 Millionen Euro (Vorjahresquartal: minus 12,9 Millionen Euro) erwirtschaftet.

Premiere bewirbt sich um die Bundesliga-Ausschreibung ab 2009. Experten vermuten, dass der 77-jährige Medienmogul Murdoch die Vergabe der Rechte eigentlich hatte abwarten wollen, angesichts der jüngsten Medienberichte und Unruhe bei den Investoren aber offenbar die Reißleine zog. Kritiker warfen Brönicke zudem vor, nicht an seinen charismatischen Vorgänger Georg Kofler anküpfen zu können.

Interims-Nachfolger des glücklosen Börnicke wird der Premiere-Aufsichtsrat und Murdoch-Vertraute Mark Williams. Williams ist derzeit Finanzvorstand Europa und Asien der News Corporation sowie Mitglied der Geschäftsführung der Sky Italia und war bisher Mitglied des Aufsichtsrats von Premiere.

Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass Jürgen Müller, bisher Leiter Marketing & Vertrieb das Unternehmen verlässt. Der 47-Jährige war seit 2001 beim Bezahlsender in verschiedenen, leitenden Funnktionen tätig. se

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