Multimediabranche blickt auf der Internet World mit Optimismus in die Zukunft

Dienstag, 15. Mai 2001
Staatssekretär Siegmar Moosdorf zeigt Optimismus
Staatssekretär Siegmar Moosdorf zeigt Optimismus

Trotz Börsenflaute und Krisenstimmung gibt sich die Multimediabranche auf der 5. Internet World in Berlin optimistisch. Siegmar Moosdorf, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, bezeichnete die derzeitige Krise der New Economy bei seiner Eröffnungsrede als überbewertet. "Zurzeit durchläuft die Branche einen ganz normalen Konsolidierungsprozess, die Pixelrevolution geht weiter", so Moosdorf. Auch in diesem Jahr erwarte die Bundesregierung einen Wachstum der Internetwirtschaft von mehr als 10 Prozent.

Auch Falk Müller-Veerse, Berater bei Durlacher Research, macht der Branche Mut. "Der Vorteil der aktuellen Marktbereinigung ist, dass sich die Unternehmen mit den besten Geschäftsmodellen durchsetzen werden", so der Experte. Thomas Heilmann, geschäftsführender Gesellschafter von Scholz & Friends, sieht ebenfalls keinen Anlass für Pessimismus. "Die Internetrevolution hat gerade erst begonnen und wird künftig der Wachstumsmotor der gesamten Wirtschaft sein", so Heilmann.

Einen Ausblick auf die Geschäftsmodelle der Zukunft gab Peter Würtenberger, scheidender Geschäftsführer von Yahoo Deutschland und künftig beim Axel-Springer-Verlag verantwortlich für das gemeinsame Portal von "Bild.de" und T-Online. Nach Ansicht Würtenbergers haben vor allem firmeninterne Mitarbeiterportale und die kostenpflichtige Vermarktung von Inhalten ein enormes Marktpotenzial. "Viele Unternehmen brauchen attraktiven Content, um ihre Intranets für die Mitarbeiter attraktiver zu machen", so Würtenberger. Diese Gelegenheit gelte es zu nutzen, um die derzeit kriselnden Geschäftsfelder E-Commerce, Onlinewerbung und Zugangsgebühren durch neue Erlösquellen zu ergänzen.

Zudem müsse man sich von der "Kostenlos-Kultur" im Internet verabschieden und für einzelne Informationen und Services Geld verlangen. Beispielhaft nannte Würtenberger Inhalte wie Klingeltöne, Logos, IP-Telefonie sowie zusätzliche Dienstleitungen rund um das Internet. Auch das Geschäft mit dem Endkunden werde sich letztlich als profitabel erweisen. "Wir haben den Bereich B2C zu früh abgeschrieben", so Würtenberger. Die Etablierung neuer Online-Werbeformen werde sich positiv auf das Endkundengeschäft auswirken. So rechnet Würtenberger in zwei Jahren mit einem echten Boom in den Bereichen Onlinewerbung und E-Commerce, der sich zu Lasten der klassischen Werbung auswirken werde.
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