Münster erteilt Zuschlag für Stadtwerbung: Streit zwischen Wall und Ströer

Donnerstag, 25. September 2008
Wall-Vorstandsvorsitzender Daniel Wall
Wall-Vorstandsvorsitzender Daniel Wall

Die Stadt Münster hat den Zuschlag für ihre Werberechte im öffentlichen Raum an den meistbietenden Außenwerber Wall vergeben. Der Beschluss sorgt für Zoff zwischen den Kontrahenten Wall und Ströer. Wie der Berliner Out-of-Home-Anbieter Wall mittelt, übernimmt das Unternehmen ab 1. Januar 2009 die Werbevermarktung für die kommenden 15 Jahre von der Ströer Deutsche Städte Medien.

Udo Müller, Vorstandsvorsitzender von Ströer, fühlt sich ausgebootet, weil das Unternehmen vor vier Jahren mit der Stadt Münster für sieben Millionen Euro ein Vorpachtrecht für die DSM geschlossen hat. "Wir haben die Stadt dazu aufgefordert, das weitere Verfahren so auszurichten, dass dieses vertragliche Recht nicht verletzt wird", teilt Ströer mit. Falls dies passiert, will sich das Unternehmen "Rechtsmittel vorbehalten".

Fühlt sich ausgebootet: Udo Müller von Ströer
Fühlt sich ausgebootet: Udo Müller von Ströer
  Die strittige Vertragsklausel sieht laut Ströer vor, dass das eigene Angebot aufgestockt werden kann, sofern es einen Höherbietenden gibt. Ganze 12 Millionen Euro will Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender von Wall, in neue Buswartehallen, Litfasssäulen, Toiletten und interaktive Bluespot-Terminals investieren. Der jährliche Pachtzahlung beläuft sich bei Wall laut einem Bericht der "Westfälischen Nachrichten" dann auf 1,15 Millionen Euro. Ströer hatte zunächst 550.000 Euro geboten und will jetzt  sein Angebot auf ebenfalls 1,15 Millionen Euro erhöhen. 

Die von Kleihues+ Kleihues entworfene Designlinie
Die von Kleihues+ Kleihues entworfene Designlinie
Im Kern des Streits geht es um die Stadtmöbellinie des Architekturbüros Kleihues + Kleihues und die Frage, ob sie exklusiv für Münster entwickelt worden ist. Ströer wirft Wall vor, dass diese Designlinie nicht exklusiv, individuell und stadtbildgerecht maßgeschneidert für Münster gestaltet worden ist. Wall sieht indes den bisherigen Vertragspartner von Münster als schlechten Verlierer und beschuldigt Ströer, mehrfach versucht zu haben, "das Ausschreibungsverfahren zu torpedieren".

An der europaweiten Ausschreibung soll unter anderem auch JC Decaux teilgenommen haben. se

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