Morgenpost testet Erfolgschancen von Tabloid

Freitag, 04. Februar 2005

Mit einem umfangreichen Feldtest will die "Berliner Morgenpost"die Erfolgschancen einer kompletten Umstellung auf Tabloid ausloten. Die Tageszeitung aus dem Axel Springer Verlag startet noch diesen Monat gemeinsam mit einem renommierten Marktforschungsinstitut die Befragungen. Es wäre die erste Tageszeitung Deutschlands, die nach Vorbild des "Independent" in Großbritannien nur noch im handlicheren Tabloid-Format erscheinen würde.

Die Entscheidung über eine Abkehr vom sperrigen Broadsheet will Chefredakteur Carsten Erdmann nach Auswertung der Ergebnisse fällen. Bislang gibt er sich zurückhaltend: "Die Umstellung einer traditionsreichen Zeitung wie der ,Morgenpost‘ im Zeitungsmarkt Berlin ist allerdings auch mit vielen Risiken verbunden. Im Moment spricht vieles gegen ein Tabloid", sagt Erdmann.

Axel Springer hat bereits Erfahrungen mit dem kleinen Format gesammelt. Im Mai vergangenen Jahres brachte der Berliner Verlag die "Welt Kompakt“ auf den Markt, eine Minitaturausgabe der „Welt“. Dem folgten kurz darauf die Gründungen „News“ in Frankfurt von Holtzbrinck und „Kölner Stadt-Anzeiger Direkt“ in Köln von Dumont-Schauberg. Noch hat aber keine deutsche Zeitung den radikalen Schritt gewagt, auf Tabloid umzustellen. Die „Morgenpost“ würde sich auf dem hart umkämpften Berliner Zeitungsmarkt damit deutlich von den direkten Konkurrenten „Tagesspiegel“ und „Berliner Zeitung“ absetzen. pap
Meist gelesen
stats