Morgen startet G+J Hochzeitsmagazin "Gala Wedding": Promifaktor und Romantik

Mittwoch, 10. Februar 2010
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Im Männerzeitschriftenmarkt testet "Gala" gerade den Ableger "Gala Men", für die Frau folgt am 11. Februar - zunächst einmalig - "Gala Wedding". Das Magazin macht mit romantischen Fotos, schicken Roben, nützlichen To-Do-Listen und bisweilen kitschigen Details Lust aufs Heiraten - und erfüllt damit die Hauptanforderung an ein Hochzeitsmagazin. Als Spin-off eines Peoplemagazins kennt sich die Redaktion in der Hollywood-Szene aus und setzt dieses Know-how auch ein: So widmet sich eine achtseitige Foto-Text-Strecke dem Thema Starhochzeiten. Konsequent ist die Idee, eine Prominente auf dem Cover zu zeigen und nicht eine x-beliebige Braut.

Allerdings gibt es zu wenig hochzeitswillige A-Promis. Verwirrend ist daher, wenn der gezeigte Star gar nicht in den Hafen der Ehe einläuft. Wie im Falle von Natalie Portman. Privat eine Hochzeitsskeptikerin, spielt sie lediglich im Film „New York, I love you" eine Braut.
Sieht man von diesem Verwirrspiel ab, ist das Magazin ansprechend gemacht. Es gibt die klassischen Ressorts „News", „Fashion", „Beauty", „Lifestyle" und „Honeymoon". Das organisatorische Kernstück, ein Hochzeitsplaner, fehlt nicht: Hier erfährt man, wann der Sitzplan ausgearbeitet und der Tanzkurs belegt werden sollten. Wie die meisten Hochzeitsmagazine richtet sich auch „Gala Wedding" primär an die Damen.

Hochzeitsmagazine sind ein hochwertiges Werbeumfeld - nicht nur für Brautmodehersteller, sondern auch für Kosmetik-, Duft- und Pflegeprodukte. Auch deshalb ist der Einstieg in dieses Segment für Gruner + Jahr attraktiv. Dass Großverlage den Bereich in wirtschaftlich guten Zeiten ignorierten, verwundert nicht, schließlich ist die Lesertreue gering: Nur wenige Ehewillige kaufen mehr als zwei Ausgaben. Hochzeitsmagazine gibt es daher praktisch nur im Einzelverkauf.

In Deutschland besetzen diese Nische kleinere Verlage erfolgreich. Die Zweimonatstitel „Hochzeit" (Terra-Verlag, 5,90 Euro) und „Braut & Bräutigam Magazin" (Christiaan Publishing, 5,90 Euro) sowie das Monatsmagazin „Hochzeitsplaner" (AVR, 5,50 Euro) informieren Ehewillige. Mit einem Copypreis von 9,80 Euro ist „Gala Wedding" - bei kleinerem Format als die Zweimonatstitel - deutlich teurer. Bleibt abzuwarten, ob die Käuferschaft da mitzieht. Der Starttermin ist jedoch gut gewählt: Im Frühjahr finden die meisten Hochzeitsmessen statt und Paare, die im Sommer vor den Altar treten, kümmern sich jetzt um die Vorbereitung. Insgesamt: eine Erstausgabe, die aufs Heiraten einstimmt und mit dem „Star-Faktor" eine Stärke ausspielt, die das Heft von der Konkurrenz unterscheidet. se
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