Modern, crossmedial und in HD: ZDF stellt Planungen bis 2012 vor

Freitag, 15. Oktober 2010
Das ZDF soll moderner werden
Das ZDF soll moderner werden
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ZDF Selbstverpflichtungserklärung Fahrplan ARD


Das ZDF hat seinen Fahrplan für die kommenden zwei Jahre vorgestellt. Der öffentlich-rechtliche Sender will sein Programm modernisieren, für jüngere Zuschauer attraktiver werden und seine crossmedialen Angebote weiter ausbauen. Die Pläne werden in der Selbstverpflichtungserklärung "Programm-Perspektiven 2011-2012" beschrieben. Das Programm-Portfolio des ZDF soll zu einer "zeitgemäßen, vielfältigen Angebots-Ausprägung öffentlich-rechtlichen Fernsehens" weiterentwickelt werden, heißt es in den Programm-Perspektiven 2011-2012. Das ZDF will dabei vor allem "die besonderen Stärken des Mediums Fernsehen in seiner Programmarbeit herausstellen". So sollen mehr Sondersendungen und Live-Angebote produziert werden, eine stärkere Bildsprache und mehr Einordnung stattfinden und der Anteil an HD-Produktionen gesteigert werden. Zudem sollen neue "crossmediale Programmformen und die Interaktion mit den Zuschauern" ausgebaut werden.

Die Publikumsansprache über mehrere Kanäle sei mittlerweile "gängiger Standard des Marktes", betont das ZDF. Zu diesem Zwecke sollen die digitalen Spartenkanäle und die ergänzenden Online-Angebote weiterentwickelt werden. Nach dem Start des jungen Digitalsenders ZDF Neo vor etwa einem Jahr wird nun auch der ZDFtheaterkanal zu ZDF Kultur umgebaut. Der Start ist für April 2011 geplant.

Die "Programm-Perspektiven 2011-2012" dürften der privaten Konkurrenz sauer aufstoßen. Diese beobachten die digitale Expansion von ARD und ZDF mit Argusaugen, da sie in den gebührenfinanzierten Digitalkanälen und Internet-Portalen eine gefährliche Konkurrenz für ihre eigenen Angebote sehen. ZDF-Indenant Markus Schächter dagegen betont stets die Bedeutung neuer Verbreitungswege für die Zukunftsfähigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der ZDF-Fernsehrat habe die Selbstverpflichtungserklärung "zustimmend zur Kenntnis genommen", wie das ZDF mitteilt. In zwei Jahren soll Schächter Bilanz ziehen, ob die gesteckten Ziele erreicht wurden.

Außerdem hat der Fernsehrat den Jahresabschluss 2009 genehmigt. Demnach hat das ZDF im Geschäftsjahr 2009 einen Überschuss in Höhe von 29,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis liege dank zahlreicher Einsparmaßnahmen um 13 Millionen Euro über dem Haushaltsplan - trotz geringerer Einnahmen aus Gebühren und Werbung, wie das ZDF betont. Der Überschuss soll der Ergebnisrücklage zugeführt werden. dh
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