Mobile Werbeplattform: E-Plus-Tochter Gettings lotst Verbraucher an den Point of Sale

Dienstag, 02. November 2010
Lockt Werbekunden mit neuer Mobile-Plattform: Gettings-Geschäftsführer Daniel Euler
Lockt Werbekunden mit neuer Mobile-Plattform: Gettings-Geschäftsführer Daniel Euler

Ende August wurde der sogenannte Reklameregler der E-Plus-Tochter Gettings wie berichtet in seiner damaligen Form eingestellt. Jetzt geht der Service, bei dem Handynutzer Freiminuten gegen Werbe-SMS erhielten, mit einem völlig neuen Geschäftsmodell an den Start. Wie Geschäftsführer Daniel Euler gegenüber HORIZONT.NET ankündigt, wird Gettings künftig als Mobile-Marketing-Plattform für die Werbeindustrie positioniert. Mit dem Angebot will Euler die Interessen von Konsumenten und Werbungtreibenden gleichermaßen bedienen. "Wir entwickeln einen Markt, der riesiges Potential hat und von dem wir uns mittelfristig relevante Umsätze erhoffen", so Euler. Anlass für die Umpositionierung von Gettings ist vor allem der Boom des mobilen Internet. "Die Menschen werden immer mobiler und nutzen ihre Smartphones nicht nur zum Telefonieren, sondern auch für die Informationsbeschaffung und den Konsum. Mit Gettings bieten wir nun auch dem stationären Handel die Möglichkeit, davon zu profitieren", so Euler. Zielgruppe sind neben den großen Markenartiklern und Filialisten auch regionale Händler sowie kleine Anbieter wie die Bäckerei oder der Friseurladen um die Ecke. Diese haben über Gettings künftig die Möglichkeit, potentielle Kunden im direkten Einzugsgebiet ihrer Filiale anzusprechen.

Die Kampagne stammt von Euro RSCG 4D in Düsseldorf
Die Kampagne stammt von Euro RSCG 4D in Düsseldorf
Möglich wird das über das neue Gettings-Mobilportal sowie über die dazugehörigen Handy-Applikationen, die am 2. November zunächst für Apples iPhone und Mitte November dann auch für Android-Handys verfügbar sind. Nutzer bekommen ähnlich wie bei der millionenfach heruntergeladenen Around-Me-App auf einer Straßenkarte Angebote von Werbungtreibenden in ihrer unmittelbaren Umgebung angezeigt. Anders als bei dem Service von Tweakersoft erfahren die Verbraucher aber nicht nur die Adresse des Händlers, sondern werden auch über aktuelle Angebote wie Rabattaktionen oder Promotions informiert. "Werbekunden haben die Möglichkeit, ihre Präsenz auf der Gettings-Karte selbst zu pflegen sowie tagesaktuelle Angebote einzustellen und zu bearbeiten", erklärt Euler, der teilnehmenden Händlern eine Steigerung ihrer Kundenfrequenz in Aussicht stellt. Die Kosten hängen ganz vom Erfolg ab. "Wir würden soweit gehen, komplett über Cost-Per-Order abzurechnen", sagt Euler, der damit der Forderung nach Leistungsnachweisen nachkommen will.

Auch die Konsumenten sollen profitieren. Da Nutzer auf des Gettings-Service nicht nur nach Angeboten in ihrer Umgebung suchen, sondern auch nach persönlichen Interessen filtern und Fan einer Marke werden können, hofft Euler auf eine hohe Akzeptanz. "Uns geht es nicht darum, Direktmarketing aufs Handy zu bringen. Gettings hat den Anspruch, Werbung für den Verbraucher relevant und nützlich zu machen", sagt Euler. Damit einher geht auch ein Shift von der Push- zur Pull-Werbung. Während Gettings beim Reklameregler seine Kunden in der Regel mit Werbe-SMS belieferte, sollen Nutzer künftig verstärkt selbst aktiv werden und den Service dann abrufen, wenn sie ihn tatsächlich benötigen. 

Die Akquise der Werbekunden und die Endkundenkommunikation erfolgen etappenweise. Grund: Gettings will sicherstellen, dass Nutzer überall dort, wo der Service beworben wird, eine kritische Masse an Händlern vorfinden. Daher fällt der Startschuss am 2. November zunächst in der Region Rhein-Ruhr mit rund 1000 Händlern. Endverbraucher werden dort mit einer von Euro RSCG 4D in Düsseldorf entwickelten Online-Kampagne sowie Plakaten auf den Service aufmerksam gemacht. Der für Planung und Einkauf zuständigen Agentur Initiative Hamburg steht dafür ein hoher sechsstelliger Betrag zur Verfügung. Flankiert wird die Kampagne von PR-Maßnahmen (Agentur: Markenzeichen, Frankfurt).

Für das Jahr 2011 ist dann die große Offensive geplant. Im Frühjahr geht das Vertriebsteam, das lokal vom Kölner Sales-Spezialisten PSO unterstützt wird, unter anderem die Rhein-Main-Region an. Geht es nach Euler, wird Gettings bis Ende 2011 bundesweit verfügbar sein. mas
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