Mobile Marketing hängt vom Wetter ab

Mittwoch, 15. Juli 2009
Dean Donaldson: "2009 ist das Jahr des Mobile Marketings"
Dean Donaldson: "2009 ist das Jahr des Mobile Marketings"

Die Entwicklung des Mobile Marketings ist offenbar stark vom Klima abhängig. "Es ist das Wetter, das den Unterschied macht", sagt Götz Teege, der die Geschäfte der Interactive-Agentur Elephant Seven sowohl in Deutschland als auch in Spanien führt. Da die Nutzer in den südeuropäischen Ländern wegen der hohen Temperaturen sehr viel mehr Zeit im Freien verbrächten als Nordeuropäer, sei das mobile Internet beispielsweise in Spanien und Italien deutlich stärker verbreitet als bei uns. "Man schleppt seinen Computer nun mal nicht zum Strand." Insofern könne der globale Klimawandel die Entwicklung der mobile Werbung durchaus befördern, sagte Teege augenzwinkernd auf der Diskussionveranstaltung Night Talks in Hamburg.

Nach Ansicht von Dean Donaldson, Digital Experience Strategist des US-amerikanischen Ad-Serving-Anbieters Eyeblaster, muss die Mobile-Marketing-Industrie aber nicht bis zur Klimaerwärmung warten. Der Brite wagt die Prognose, dass sich die Werbegattung noch in diesem Jahr durchsetzt. "Ich weiß, dass seit zehn Jahren immer irgendjemand den Durchbruch des Mobile Marketings voraussagt und damit am Ende falsch liegt. Jetzt bin ich dran und sage - auf die Gefahr hin, dass ich ausgelacht werde: 2009 wird das Jahr des Mobile Marketings."

Hauptgrund für seinen Optimismus ist die ständig wachsende Verbreitung des mobilen Internets und der entsprechenden Endgeräte. "Wir reden über eine Technologie, die sich schneller und weiter ausbreitet als jemals zuvor eine Erfindung in der Geschichte der Menschheit." Wegweisendes Vorbild sei Japan, wo mittlerweile alle Mobiltelefone nicht nur internetfähig seien, sondern auch Fernsehprogramme empfangen könnten. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das auch in Europa der Fall ist", sagt Donaldson. Mobile Advertising befinde sich hierzulande auf dem gleichen Stand wie das Internet vor zehn Jahren. Banner-Werbung auf dem Handy werde sich aber deutlich schneller durchsetzen als Internetwerbung - "und das bei einer Reichweite, die viermal so groß sei wie die des Internets".

Auch Harald Fortmann, Vizepräsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft, ist überzeugt, dass mobile Werbeformen eine Zukunft haben. "Das mobile Telefon ist der persönlichste Screen und immer am Mann", sagt der 38-Jährige, der seit kurzem die Pixelpark-Tochter Yellow Tomato leitet. Die Entwicklung der I-Phone-Applikationen (Apps) habe gezeigt, dass das Involvement sehr hoch sein könne. Außerdem habe das Apple-Handy die mobile Nutzung hierzulande "signifikant" erhöht. Obendrein nutzten Werbetreibende das mobile Endgerät immer mehr zur Verlängerung klassischer Medien wie TV, Print und Out of Home. "Offline geworbene Waren werden verstärkt online und mobil gesucht und anschließend gekauft", sagt der Performance-Marketing-Experte. Dies sei ein Grund dafür, dass sich die mobile Suche mit Sicherheit zur Killerapplikation entwickeln werde. Gleiches gelte für Social Communites auf mobilen Endgeräten.

Mit den Night Talks bereiten die Organisatoren der neuen Kongressmesse Dmexco Aussteller und Besucher auf die Themen des Branchen-Events vor. Der nächste Night Talk findet am 12. August in Düsseldorf statt. Im Mittelpunkt steht die Bewegtbild-Werbung. Referenten sind Smartclip-CEO Jean-Pierre Fumagalli und Maks Giordano, Managing Director der Video-Plattform Kyte. Moderator ist HORIZONT-Chefredakteur Volker Schütz. brö
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