Mobile Internet: Dmmv drängt auf Engagement von Politik und Wirtschaft

Mittwoch, 07. März 2001

Der Deutsche Multimediaverband (dmmv) hat Gesetzgeber, Verwaltung und Wirtschaft aufgefordert, das Mobile Internet in Deutschland zum Erfolg zu führen. Präsident Rainer Wiedmann sieht den deutschen Wettbewerbsvorsprung bei der mobilen Kommunikation gegenüber den USA schwinden, wenn nicht bald etwas passiert.

Gerade weil das Bundesdatenschutzgesetz zur Überarbeitung ansteht, fokussiert sich der Verband momentan auf die ortsbezogenen Dienste (Location Based Services) als "wichtige Grundlage für die Entwicklung und den Betrieb von profitablen mobilen Dienstleistungen. Es geht hier um nichts Geringeres als um die Einführung der Komponente Raum in die Mobile Kommunikation." Dafür müsse der Gesetzgeber den Einwilligungsgrundatz im Datenschutzrecht überarbeiten.

Wiedmann plädierte dafür, dem Verbraucher die Wahl zu lassen, ob er entweder bis auf Widerruf generell lokalisiert werden darf oder bei jeder Nutzung seine ausdrückliche Einwilligung erklären möchte. Mit der Wahlfreiheit des Verbrauchers dürfte die Grenze zwischen Privat und Belästigung gezogen sein. Unklar ist noch, wie groß der Markt für die ortsbezogenen Dienste sein könnte. Nach dem Gesetzgeber sei auch die Verwaltung gefordert.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post sollte die Telefongesellschaften zu neuen Businessmodellen bewegen. Aber: "Wir möchten nicht auf den Telcos herumhacken. Wir wollen uns an einen Runden Tisch setzen", sagte Marcus Garbe, Leiter des dmmv-Arbeitskreises "Mobile Internet" mit Blick auf Telekom und Vodafone.
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