Mobile Advertising: Enormes Wachstum - auf minimalem Niveau

Mittwoch, 12. September 2012
BVDW-Präsident Arndt Groth rechnet mit einem starken Wachstum des Mobile-Marktes
BVDW-Präsident Arndt Groth rechnet mit einem starken Wachstum des Mobile-Marktes


Der Markt für mobile Werbung wird in diesem Jahr durch die Decke gehen. Diesen Eindruck konnte man jedenfalls am heutigen Mittwoch auf der gemeinsamen Pressekonferenz des Online-Vermarkterkreises (OVK) und des BVDW auf der Digitalmesse Dmexco gewinnen. Die Charts, die der OVK-Vorsitzende Paul Mudter den Journalisten in Köln präsentierte, beeindruckten insofern, dass sämtliche Kurven in der Tat steil nach oben zeigten. Setzt man allerdings das tatsächliche Werbevolumen mit dem anderer Kanäle ins Verhältnis, relativiert sich das ganze etwas. Sofern der BVDW mit seiner Prognose Recht behält, werden die deutschen Werbungtreibenden ihre Spendings in diesem Jahr zwar um mindestens 70 Prozent steigern. Der Gesamtumsatz, den die Vermarkter mit mobiler Werbung einfahren, fällt aber nach wie vor äußerst bescheiden aus. Der Prognose zufolge werden die hiesigen Vermarkter in diesem Jahr mit mobiler Werbung gerade einmal rund 60 Millionen Euro einnehmen - wohlgemerkt brutto.

Dass dies ein geradezu lächerlich kleiner Betrag ist, zeigt ein Vergleich mit anderen Gattungen. Laut OVK-Prognose werden die Investitionen in Online-Werbung in diesem Jahr um 12 Prozent auf satte 6,4 Milliarden Euro anwachsen. Mit einem Anteil von 21 Prozent am Bruttowerbekuchen kann das Internet damit seine Position als zweitstärkster Kanal nach TV (38,2 Prozent) weiter festigen sowie Zeitungen (17,1 Prozent) und  Publikumstitel (12,1 Prozent) auf Distanz halten.

Bei BVDW und OVK ist man dennoch davon überzeugt, dass der mobilen Werbung die Zukunft gehört. "Sie müssen sehen, woher wir kommen", relativiert Mudter die in Relation noch bescheidenen Gesamtumsätze. Mobile Advertising habe in den vergangenen Jahren stark unter der Fragmentierung gelitten. Auch wegen der Vielzahl unterschiedlicher Endgeräte und Betriebssysteme sei Mobile ein schwieriger Markt. "Wir haben jetzt den Punkt erreicht, dass die Werbungtreibenden Mobile als Kanal erkannt haben", sagt Mudter, der hauptamtlich als Geschäftsleiter Interactive bei IP Deutschland arbeitet. "Alles deutet darauf hin, dass es in der mobilen Werbung jetzt losgeht". 

 Die Anreize für die Werbungtreibenden dürften jedenfalls weiter steigen. Denn in puncto Reichweite gibt es hierzulande noch viel Luft nach oben. Laut BVDW-Präsident Arndt Groth nutzen bislang gerade einmal 13,7 Prozent der Deutschen das mobile Web. "In anderen Märkten wie Skandinavien ist die Nutzung dramatisch höher. Wir rechnen daher auch für Deutschland mit einem deutlichen Wachstum", so Groth. mas
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