Mobilcom Debitel: Kreise bestätigen Trennung von Marketingvorstand Berger

Donnerstag, 13. August 2009
Eric Berger muss wohl gehen
Eric Berger muss wohl gehen

Gerade einmal ein halbes Jahr ist Eric Berger als Vorstand Marketing bei Mobilcom Debitel im Amt, jetzt muss der Manager offenbar gehen. Wie unternehmensnahe Kreise gegenüber HORIZONT.NET bestätigen, wird der Aufsichtsrat der Dachgesellschaft Freenet Group am Freitag dieser Woche über die Personalie Berger beraten. Die Zeichen stehen klar auf Abschied. Als einen Grund für die Trennung, die ein Sprecher gegenüber HORIZONT.NET noch nicht bestätigen will, nennt ein Insider gegenüber HORIZONT.NET die Größe des Vorstands, der mit CEO Christoph Vilanek, Joachim Preisig (Operations & Integrations), Axel Krieger (Finanzen), Stephan Esch (Technik) und eben Eric Berger als überbesetzt gilt. Auch hätte der Verkauf des DSL-Geschäfts an United Internet den Online-Bereich, für den Berger ebenfalls verantwortlich ist, geschwächt.

Nach Informationen der "FTD" sollen auch Meinungsverschiedenheiten zwischen Berger und Vilanek ausschlaggebend gewesen sein. Vilanek führt den Konzern, der Mitte 2007 den Stuttgarter Mobilfunker Debitel übernahm, seit April 2009. Er beerbte damals Freenet-Gründer Eckhard Spoerr an der Unternehmensspitze, der aus dem Amt gedrängt worden war.

Der Abgang von Berger kommt dennoch überraschend. Der Manager hatte erst kürzlich gemeinsam mit Marketing-Bereichsleiter Markus Hüßmann die neue Markenkampagne für Mobilcom Debitel aufgesetzt. Für den von Atletico, Berlin, entwickelten Auftritt mit den Testimonials "Mo & Bill" bewilligte Vilanek einen hohen zweistelligen Millionenbetrag - so viel wie niemals zuvor. 

Obwohl das Unternehmen im zweiten Quartal erneut Kunden verlor und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 75,8 Millionen Euro geringer ausfliel als von Analysten erwartet, ist man offiziell mit den Ergebnissen der Kampagne zufrieden. Grund ist, dass der Auftritt in dieser ersten Phase vor allem das Ziel verfolgt, das Image und die Marke zu etablieren. "Die Kampagne läuft wesentlich besser als wir erwartet haben", so Hüßmann gegenüber HORIZONT.NET. So hätten die TV-Spots, Anzeigen und Plakate die Markenbekanntheit enorm gesteigert. Auch die Werbeerinnerung sei enorm hoch, so Hüßmann, der sich zur Personalie Berger nicht äußern will.

Bevor Berger Ende 2004 zum Vorstand Online-Dienst bei Freenet berufen wurde, war er als Gründungsmitglied und Mitglied der Geschäftsleitung der freenet.de AG zunächst als Leiter E-Commerce, später als Leiter E-Commerce & Advertising sowie als Leiter Online-Dienst der freenet.de AG tätig. mas
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