Minus 30 Prozent: FAZ bereinigt Auflage der "Frankfurter Rundschau"

Mittwoch, 17. April 2013
Die "Frankfurter Rundschau" wird zu einer regionalen Tageszeitung geschrumpft
Die "Frankfurter Rundschau" wird zu einer regionalen Tageszeitung geschrumpft


Die verkaufte Auflage der "Frankfurter Rundschau" ist im 1. Quartal 2013 um fast 30 Prozent eingebrochen. Der drastische Rückgang hängt unter anderem mit einem deutlich geringeren Einzelverkauf zusammen, laut einem Bericht der "FAZ" haben die neuen Eigner, die Frankfurter Societät und und die FAZ, aber auch die sonstigen Verkäufe und die Bordauflage stark reduziert. Aber auch die anderen großen Tageszeitungen müssen weiter mit sinkenden Auflagen leben, lediglich das "Handelsblatt" konnte erneut zulegen.
Die neuen Eigner der "Frankfurter Rundschau" haben dem Traditionsblatt offensichtlich eine Schrumpfkur verordnet: So wurden im 1. Quartal die sonstigen Verkäufe um 90 Prozent, die Bordauflage um über 30 Prozent reduziert. Allerdings brach auch der Einzelverkauf um knapp 60 Prozent ein. Die Abo-Auflage liegt stabil bei 67.568 Stück. Unter dem Strich sank die verkaufte Auflage der "FR" um 29,4 Prozent auf 87.136 Exemplare.

Aber auch fast alle anderen großen Tageszeitungen müssen weiter mit schrumpfenden Verkaufszahlen leben: Laut "FAZ" sank die eigene Auflage im 1. Quartal um 4,7 Prozent auf 338.478 Exemplare, die "Süddeutsche Zeitung" gab um 2,6 Prozent auf 420.377 Exemplare nach und die gemeinsame Auflage von "Welt" und "Welt kompakt" sank fiel um 8,4 Prozent auf 229.137 Stück. Das "Handelsblatt" konnte dagegen von der Einstellung des Hauptkonkurrenten "Financial Times Deutschland" profitieren und steigerte seine verkaufte Auflage um 3 Prozent auf 140.728 Exemplare. Laut "FAZ" erhöhte die Düsseldorfer Wirtschaftszeitung aber auch ihre Bordexemplare kräftig.

Während die Auflagen der klassischen Tageszeitungen bröckeln, finden die entsprechenden digitalen Ausgaben immer mehr Leser, wenn auch auf noch bescheidenen Niveau: So verkaufte die "FAZ" im 1. Quartal 17.219 E-Paper, ein Plus von 88,9 Prozent. Die E-Paper-Auflage der "Süddeutschen Zeitung" stieg um 45,6 Prozent auf 17.357 Stück, die elektronische Ausgabe der "Welt" legte um 24,3 Prozent auf 4320 Exemplare zu.

Die Auflagenzahlen aller IVW-geprüften Zeitungen und Zeitschriften für das 1. Quartal 2013 werden am Freitag veröffentlicht. dh
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