Ministererlaubnis: Clement will Ende September über den "Tagesspiegel" entscheiden

Montag, 08. September 2003

Im Streit um die Fusion von "Berliner Zeitung" und "Tagesspiegel" bahnt sich langsam eine Lösung an. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement will Ende September entscheiden ob der Stuttgarter Holtzbrinck-Verlag den "Tagesspiegel" mit der von G+J erworbenen "Berliner Zeitung" zusammenlegen darf. Er sei bisher "in keiner Richtung festgelegt" hatte Clement bei der Anhörung an diesem Montag gesagt.

Clement hatte von Holtzbrinck verlangt, die Unverkäuflichkeit des "Tagesspiegel" über ein Ausschreibungsverfahren nachzuweisen. Ein von Bauer eingereichtes Kaufangebot bezeichneten die Stuttgarter als unseriös. Bauer besserte bei der Anhörung nach und sicherte dem Blatt eine Bestandsgarantie für die nächsten 20 Jahre zu. Außerdem sei er bereit, über einen Gewinnabführungsvertrag von 20 Jahren das wirtschaftliche Risiko für den "Tagesspiegel" zu übernehmen. Voraussetzung aber sei, dass der Kaufpreis bei 20 Millionen Euro bleibe.

Zuvor hatte Bauer eine Bestandsgarantie von 7 Jahren und eine Vertragsstrafe von 10 Millionen Euro bei frühzeitiger Aufgabe geboten. Die Stuttgarter hatten dagegen angeboten, die Zeitung über ein Stiftungsmodell zur Sicherung der redaktionellen Selbständigkeit weiterzuführen. he
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