Millionengrab: Murdoch verscherbelt Myspace an Specific Media / Justin Timberlake soll kreative Impulse geben

Donnerstag, 30. Juni 2011
Myspace bekommt einen neuen Eigentümer
Myspace bekommt einen neuen Eigentümer

Die monatelange Hängepartie um Myspace ist beendet. Der US-Medienriese News Corp. verkauft das angeschlagene Social Network an Specific Media - für einen Schnäppchenpreis. Überraschend: Auch US-Popstar und Schauspieler Justin Timberlake ist als Investor im Boot. Wie Tim Vanderhook, CEO von Specific Media, berichtet, ist Justin Timberlake als Minderheitsaktionär bei Myspace eingestiegen. Der Sänger soll ein Büro bei Myspace beziehen und mit eigenen kreativen Ideen an der Weiterentwicklung des Angebots zum Netzwerk für Künstler und Kreative beitragen. Timberlake glaubt, dass es nach wie vor eine große Nachfrage für eine Plattform gibt, auf der Fans mit Künstlern interagieren, Musik hören, Videos schauen und sich vernetzen können. "Myspace hat das Potenzial, diese Plattform zu sein", glaubt Timberlake.

Medienmogul Rupert Murdoch setzt Millionen in den Sand
Medienmogul Rupert Murdoch setzt Millionen in den Sand
Zur Frage, wieviel Medienmogul Rupert Murdoch noch für Myspace bekommt, äußern sich die Unternehmen offiziell nicht. Medienberichten zufolge ging das einst so gehypte Myspace allerdings für den Schnäppchenpreis von gerade einmal 35 Millionen Dollar über den Tisch. Damit wird Myspace für Murdoch endgültig zum Millionengrab. Im Juli 2005 hatte News Corp. für den einstigen Social-Media-Hoffnungsträger satte 580 Millionen US-Dollar gezahlt.

Durch die Übernahme von Myspace rücken Specific Media und News Corp. enger zusammen. Als Teil des Deals wird der US-Medienriese als Minderheitsaktionär bei dem kalifornischen Ad-Network einsteigen - die Rede ist von einem Anteil von 5 Prozent. Der aktuelle Chef des Netzwerks, Mike Jones, soll das Unternehmen demnächst verlassen, die Marke Myspace soll aber erhalten bleiben.

Ob Specific Media Myspace zu neuer Blüte verhilft, ist völlig offen. Das im Juli 2003 von Tom Anderson gegründete Network bestach zwar zu Beginn mit atemberaubenden Wachstumsraten von bis zu 230.000 neuen Mitgliedern täglich und schaffte es so rasch auf 267 Millionen Mitglieder im September 2009.

Doch mit dem kometenhaften Aufstieg von Facebook waren die guten Zeiten von Myspace schlagartig vorbei. Im Januar 2011 setzte Myspace nach einem Verlust von 650 Millionen Dollar im Jahr 2010 500 Mitarbeiter vor die Tür. Der deutsche Standort mit 30 Angestellten wurde komplett geschlossen. Auch die Mitgliederzahl ist deutlich gesunken: Allein von Januar bis März 2011 schrumpften die weltweiten Mitgliederzahlen von 83 auf 63 Millionen. Die Page-Impressions in Deutschland sanken im März 2011 im Vergleich zum Vorjahr um fast 70 Prozent auf nur noch 15,73 Millionen Klicks. mas
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