Millionenansturm bleibt aus: Nur 245.000 Widersprüche gegen Street View

Donnerstag, 21. Oktober 2010
Google Street View: Viel Lärm um nichts?
Google Street View: Viel Lärm um nichts?

Aufatmen bei Google: Nur eine Viertelmillion Bürger hat bei dem Internetriesen beantragt, ihr Haus beim Online-Dienst Street View zu entfernen. "Das sind weniger als drei Prozent aller Haushalte. Wir sind sehr froh, dass sich manche Umfragen nicht bewahrheitet haben", sagt Google-Pressesprecher Kay Oberbeck gegenüber der "Welt". Diese haben teilweise Millionen Protestschreiben prognostiziert. So hat beispielsweise eine Erhebung von Emnid ergeben, dass 52 Prozent der Deutschen nicht mit der Abbildung ihres Hauses in Street View einverstanden sind.

Die 245.000 Einsprüche, die nun tatsächlich eingegangen sind, kommen von den Bewohnern der 20 Städte mit rund 8,5 Millionen Haushalten, in denen der Dienst noch in diesem Jahr starten soll. Dazu gehören Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal. Die Widerspruchsfrist war am vergangenen Freitag abgelaufen.

Ist ein Gebäude einmal unkenntlich gemacht, verschwindet es für immer aus dem Dienst. "Jeder Widerspruch ist unwiderruflich", sagt Google-Sprecherin Lena Wagner der "Welt". Darauf hätten die Datenschützer bestanden. Nach Angaben des Internetkonzerns können auch noch nach dem Start von Street View Widersprüche eingereicht werden.

Wie Andreas Türk, Produktmanager für Street View in Deutschland, im Google-Blog schreibt, betreibe das Unternehmen einen großen Aufwand, um sicherzustellen, dass die Anträge richtig umsetzt werden. "Allerdings lässt sich bei derartigen Prozessen nicht garantieren, dass jeder Antrag, der uns erreicht hat, auch vollständig bearbeitet werden kann", räumt Türk ein. Zum Beispiel seien in einigen Fällen die angegebenen Adressen nicht eindeutig zuzuordnen, weil Angaben nicht lesbar oder die Beschreibungen des Gebäudes nicht eindeutig waren. In diesen Fällen könne der Antragsteller eine in Street View integrierte Funktion nutzen, um Google seinen Widerspruch erneut mitzuteilen. bn
Meist gelesen
stats