Microsoft will werbefinanzierte Office-Pakete online verfügbar machen

Mittwoch, 29. Oktober 2008
Steve Ballmer
Steve Ballmer

Zeitenwende bei Microsoft: Nur wenige Tage, nachdem CEO Steve Ballmer angekündigt hat, künftig stärker auf internetbasierte Technologien zu setzen, folgt nun eine weitere Zäsur. Der weltgrößte Softwarekonzern will einen seiner wichtigsten Umsatzbringer, das Büro-Softwarepaket Office, künftig auch online zur Verfügung stellen. Dabei wird es für Privatanwender sogar eine kostenlose werbefinanzierte Version geben. Ansonsten muss eine Mietgebühr bezahlt werden. Ab wann die Software auch online zur Verfügung steht, ist noch nicht klar. Das aktuelle Office-Paket ist seit 2008 auf dem Markt. In der Regel bringt Microsoft alle zwei bis drei Jahre eine neue Version in den Handel.

Bislang hatte sich der Softwareriese beharrlich dagegen gesträubt, seine Softwarepakete online verfügbar zu machen. Die Office-Produkte sind neben dem Betriebssystem Windows der Hauptumsatzbringer des Konzerns. Im vergangenen Geschäftsjahr machte Microsoft mit Büroanwendungen wie Word, Excel und Powerpoint einen Umsatz von 18,9 Milliarden US-Dollar, der Gewinn lag bei 12,4 Milliarden.

Mit dem Strategieschwenk reagiert Windows auf die zunehmende Konkurrenz durch kostenlose oder werbefinanzierte Programme zum Beispiel von Google, Yahoo oder Open Office. Erst am Montag hatte der Konzern auf einer Entwicklerkonferenz die neue internetbasierte Anwendungsplattform Azure vorgestellt. Zudem gewährte Microsoft einen ersten Blick auf das neue Betriebssystem Windows 7. Es soll schlanker und schneller werden. dh
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