Microsoft will Yahoo nicht ganz aufgeben

Montag, 23. Juni 2008

Im Übernahmepoker um Yahoo gibt sich Microsoft nicht geschlagen. Nachdem Yahoo die Verhandlungen mit dem Softwareriesen entgültig für gescheitert erklärt hatte, äußert sich nun ein Konzernmanager: Es sei nicht auszuschließen, dass man seine Kaufabsichten erneuere - vorausgesetzt, Yahoo-Chef Jerry Yang verlasse seinen Posten. "In der gegenwärtigen Situation ist es schwer zu spekulieren, was passieren wird. Dies ist etwas, was Yahoo und Jerry Yang sowie deren Aktionäre und Vorstände klären müssen", sagte Kevin Johnson, Platform & Services-Manager bei Microsoft, der "Financial Times Deutschland".

Das Softwareunternehmen versuche nun, so Johnson, sich im Bereich der Suchwort- und Onlinewerbung vor allem durch "kleinere, gezielte Zukäufe" zu verstärken. Eine Kooperation mit Yahoo hätte dabei indes nicht alle Probleme gelöst: "Eine Allianz mit Yahoo hätte uns sicherlich mehr Volumen gegeben - allerdings vorrangig in den USA, da Yahoo in erster Linie ein amerikanischer Konzern ist". Daher müsse Microsoft in jedem Fall an der bisherigen Strategie festhalten.

Langfristig wolle man im Suchmaschinengeschäft Nummer eins oder wenigstens Nummer zwei werden. Hierfür setze man neben Zukäufen auch auf die Weiterentwicklung der eigenen Technologie.

Nach der Absage an Microsoft hat Yang unterdessen eine Werbekooperation mit dem direkten Konkurrenten Google angekündigt. np

Meist gelesen
stats