Microsoft macht mit E-Book-Technologie Adobe Konkurrenz

Dienstag, 31. August 1999

Microsoft nutzte die Seybold San Francisco, um in der Eröffnungsansprache das derzeitige Lieblings-Projekt von Bill Gates vorzustellen: Unter dem Stichwort E-Book soll Anfang 2000 eine neue Softwarearchitektur eingeführt werden, der Microsoft Reader mit ClearType. Der MS Reader soll laut Microsoft die Darstellungsqualität auf Bildschirmen entscheidend verbessern und mit der des bedruckten Papiers vergleichbar machen. "Wir haben die komplette Funktionalität des klassischen Buches in die Welt der Elektronik übernommen und eine Reihe von Zusatzfunktionen integriert, die das Lesen komfortabler machen", sagte Dick Brass, Vice-President Technology Development bei Microsoft. Er rechnet mit einem Absatz von einer Million E-Books bereits im Jahr 2000, die Informationen aller Art als Text, aber ohne Bilder, enthalten können. Innerhalb von nur 10 Jahren werden laut Bross "E-Books für 100 Dollar bereits mehr Buchtitel per Chip integrieren, als manche öffentliche Bibliothek bieten kann". Analysten bezweifelten aber während der Seybold-Podiumsdiskussion, daß der neue Microsoft-Reader als Standard gebraucht wird, da das Adobe Acrobat PDF-Format als De-facto-Standard für Electronic Publishing bereits alle Vorausetzungen erfülle. Offensichtlich will aber Microsoft dem Rivalen Adobe das Feld nicht alleine überlassen, so daß ein Kampf um neue Online-Publishing-Standards entbrannt ist.
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