Microsoft / Yahoo: US-Behörden und EU-Kommission nicken Such-Allianz ab

Donnerstag, 18. Februar 2010
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Die Internetgiganten Microsoft und Yahoo können ihre Kooperation im Bereich der Online-Suche wie geplant starten. Sowohl das US-Justizministerium als auch die EU-Kommission haben die Suchallianz der beiden Unternehmen ohne Auflagen genehmigt. Die Kooperationsvereinbarung umfasst die Umstellung der algorithmischen und kommerziellen Suche von Yahoo auf die Microsoft-Plattform. Das heißt, Microsoft wird Yahoo die gleichen Suchergebnisse zur Verfügung stellen, die die Suchmaschine Bing bietet. Yahoo wird im Gegenzug den exklusiven Vertrieb sämtlicher Online-Anzeigen der Premium-Werbekunden beider Unternehmen verantworten. Obwohl Microsoft die zugrunde liegende Plattform bereitstellt, bleiben beide Unternehmen unabhängig und behalten ihren eigenständigen Marktauftritt im Wettbewerb um Zielgruppen, Aufträge und Klicks.

Yahoo-Chefin Carol Bartz ist am Ziel
Yahoo-Chefin Carol Bartz ist am Ziel
"Diese revolutionäre Suchallianz ermöglicht Yahoo, sich künftig noch stärker auf die Weiterentwicklung der eigenen innovativen Suchumgebung zu konzentrieren", betont Carol Bartz, Chief Executive Officer von Yahoo. "Wir kombinieren unsere Expertise und unsere Technologie mit attraktiven Inhalten, und das ist die große Stärke von Yahoo. So gelingt es uns, individuelle und persönlich relevante Online-Produkte und -Services für unsere Nutzer zur Verfügung zu stellen." Vor allem aber hoffen die ehemaligen Rivalen, durch den Schulterschluss endlich dem Wettbewerber Google Paroli bieten zu können, der sowohl im Bereich Suche als auch im Werbegeschäft meilenweit voraus ist.

Ein grober Zeitplan für die weiteren Schritte steht bereits fest: Begonnen wird mit der Umstellung der algorithmischen Suche. Diese Phase soll zumindest in den Vereinigten Staaten bis Ende 2010 abgeschlossen sein. Die Unternehmen hoffen außerdem, den Großteil der US-Werbekunden und Publisher bereits vor der Weihnachtssaison 2010 auf die neue Plattform umgestellt zu haben. Die Systemumstellung aller globalen Kunden und Partner soll bis Anfang 2012 erfolgt sein. Der Deal ist zunächst auf zehn Jahre angelegt.

Bis zur Besiegelung der Zusammenarbeit zwischen den Internetriesen war es ein langer Weg. Microsoft hatte Yahoo bereits 2008 ein Übernahmeangebot unterbreitet, das jedoch nach dem Geschmack des damaligen Yahoo-CEO Jerry Yang viel zu niedrig war. Die Aktie von Yahoo brach daraufhin massiv ein. Yang musste heftige Kritik von den Aktionären einstecken und schließlich seinen Posten räumen. Immer wieder gab es dann Gespräche zwischen der neuen Yahoo-Chefin Bartz und Microsoft-CEO Steve Balmer. Die Pläne für eine Zusammenarbeit wurden erstmals im Juli 2009 verkündet. bn
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