Michael Ballack und das Strafmandat: Celebrity-Experte glaubt nicht an mittellosen Ex-Fußballstar

Donnerstag, 01. November 2012
Hat gut lachen: Michael Ballack beim Werbedreh für die Unister-Marke Ab-in-den-Urlaub.de
Hat gut lachen: Michael Ballack beim Werbedreh für die Unister-Marke Ab-in-den-Urlaub.de

Michael Ballack produziert mal wieder Negativ-Schlagzeilen. Grund ist ein Gerichtsverfahren in Spanien. Dort war der ehemalige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalelf mit seinem Auto deutlich schneller unterwegs als erlaubt. Die vom zuständigen Staatsanwalt geforderte Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro will Ballack aber nicht zahlen, weil er nach Aussage seines Anwalts derzeit finanziell dazu nicht in der Lage sei. Vor dem Hintergrund der nach wie vor regen Nebentätigkeit als Werbebotschafter für Unternehmen erscheint das Argument nicht ganz nachvollziehbar. Das sieht auch Hans Christian Biedermann so. Aus Sicht des Celebrity-Experten dürften allein die aktuellen Werbeeinnahmen Ballacks locker ausreichen, um die Geldstrafe zu begleichen.
Michael Ballack, der laut "Bild"-Zeitung mit 211 Stundenkilometern von einem spanischen Blitzer erfasst wurde und damit 91 km/h zu schnell fuhr, hatte am 2. Oktober 2012 seine aktive Fußballerkarriere beendet. Genau damit argumentiert jetzt offenbar Ballacks Anwalt, der vor Gericht behauptet haben soll, dass sein Mandant derzeit über kein eigenes Einkommen verfüge. "Dass jemand ein berühmter Fußballer war, bedeutet nicht, dass er über Vermögen verfügt", zitiert die "Bild"-Zeitung aus dem spanischen Blatt "Marca".

Hans Christian Biedermann, Managing Director der auf Celebrity Consulting spezialisierten Berliner Agentur Special Key, hält diese Argumentation für vorgeschoben. Grund: Ballack hat als Testimonial von renommierten Unternehmen wie Sony, L'Oréal, Deutsche Bahn, Pepsi, Commerzbank, McDonald´s und Adidas über Jahre Millionen gescheffelt. "In seinen besten Zeiten hatte Michael Ballack bis zu sechs Werbeverträge gleichzeitig, das dürfte ihm jährlich mindestens 3 Millionen Euro eingebracht haben", erklärt Biedermann gegenüber HORIZONT.NET. "Da Ballack keine teuren Hobbys hat, dürfte noch reichlich Geld vorhanden sein. Auch wenn die Familie noch Unterhalt bekommt", so Biedermann weiter.

Ballack ist als Testimonial nach wie vor gefragt. So wurde er erst kürzlich vom Sauna-Anbieter Klafs als Werbebotschafter engagiert. Der von Jung von Matt entwickelte TV-Spot ist bereits angelaufen. Auch für das Unister-Reiseportal Ab-in-den-Urlaub.de ist Ballack nach wie vor in den Werbeblöcken unterwegs. Die Zeiten, als Ballack als Testimonial Millionen verdiente, sind aber wohl vorbei. "Aufgrund des Streits mit dem DFB, des unglücklichen Abschieds aus der Nationalelf und der Scheidung von seiner Frau hat Ballack erheblich an Popularität und an Markenwert eingebüßt. Heute dürften pro Werbepartner nicht mehr als 100.000 Euro im Jahr fließen", schätzt Biedermann.

Update vom 02.11.2012: Ballack hat sich inzwischen selbst kritisch zu der Vorgehensweise des Answalts geäußert und die Konsequenzen gezogen. "Der spanische Verteidiger, den ich nur deshalb zu Gericht gehen ließ, weil er mir am Morgen vor der ersten Verhandlung offiziell zugewiesen worden war, hatte von mir keinen Auftrag, so unsinnig zu argumentieren, wie er das offenbar getan hat; ich habe ihn deshalb mit sofortiger Wirkung von seinem Mandat entbunden", wird Ballack auf Spiegel Online zitiert.  Er werde "selbstverständlich das spanische Recht, das spanische Gericht und dessen Urteil" respektieren, so Ballack weiter. mas
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