Metro legt E-Commerce-Strategie offen

Dienstag, 23. Mai 2000
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"Wir wollen ein führender europäischer E-Commerce-Anbieter mit starkem Fokus auf die B-to-B-Märkte werden", gab Metro-Vorstandssprecher Hans-Joachim Koerber auf der heutigen Pressekonferenz in Düsseldorf bekannt. Die Metro werde in den B-to-B-Märkten ihr stationäres Cash- und Carry-Geschäft und die bestehenden Beziehungen zu über 16 Millionen Kunden in Europa für E-Commerce nutzen und ausbauen. Der Aufbau neuer Geschäfte soll im B-to-C-Bereich durch E-Commerce-Anbieter Primus Online gewährleistet werden, an dem Metro beteiligt ist. Diese Beteiligung soll derzeit aber nicht ausgebaut werden.
Metro hat Grundprinzipien für die Entwicklung von E-Commerce verabschiedet. Dazu gehören die Trennung vom stationären Geschäft und die Gründung der Metro Online AG sowie die Akzeptanz konzerninterner Kannibalisierungseffekte. Im Juli führt der Konzern im stationären B-to-B-Geschäft die Plattform Metro24.de ein. In der ersten Phase wird der Schwerpunkt auf Sortimenten für das Büro liegen. Dieser Auftritt soll vollständig in das C-und C-Marketing integriert werden. In den Ausbau des Metro-Portals für kleine und mittelständische Betriebe will Metro in diesem Jahr rund 40 Millionen Mark investieren. Darüber hinaus will sich der Konzern durch E-Venturing an E-Commerce-Start-ups beteiligen. Hierzu sind Investitionen in Höhe von 50 Millionen Mark in diesem Jahr vorgesehen. Die Gesamtinvestitionen in das Geschäftsfeld E-Commerce betragen im Jahr 2000 rund 160 Millionen Mark. "Noch spielt E-Commerce bei unserem Umsatz eine untergeordnete Rolle. Dies wird sich in den nächsten zwei Jahren nicht ändern. Wir fangen erst an und schauen, was dabei herauskommt", meint Koerber. Ein Lieferservice für Lebensmittel sei in diesem Jahr nicht geplant.
Insgesamt zufrieden zeigte sich der Vorstandssprecher mit der Geschäftsentwicklung der Metro. Im Geschäftsjahr 1999 erzielte der Konzern mit weltweit 2113 Standorten, davon 397 im Ausland, einen Nettoumsatz von rund 86 Milliarden Mark. Bereinigt wuchs der Konzern damit um 5,3 Prozent. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz erhöhte sich um 4 Prozent auf 39,2 Prozent. Der Preiswettbewerb im vergangenen Jahr habe das Ergebnis mit rund 40 Millionen Mark belastet. Insgesamt konnte das Ergebnis um 19 Prozent auf 1,35 Milliarden Mark gesteigert werden.
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