Metro im E-Business weiterhin zurückhaltend

Donnerstag, 10. Mai 2001

Die Metro hat im E-Business zwar immer noch den Anspruch, in Zukunft auf europäischer Ebene eine führende Rolle zu spielen. Dennoch habe sich die Zurückhaltung bei der Berurteilung der Potenziale in diesem Bereich bestätigt, meint Hans-Joachim Körber, Sprecher des Vorstands der Metro AG. Dieser hatte im vergangenen Jahr mittelfristige Investitionen von rund 200 Millionen Euro angekündigt. Die im April 2000 gegründete Metro Online wurde im vergangenen Geschäftsjahr mit 32 Millionen Euro unterstützt. Die Zahl der Mitarbeiter beträgt neun.

Der Fokus der Aktivitäten liegt vor allem auf B2B. Hier sollen kundenszpezifische Sites vor allem klein- und mittelständischer Betriebe ausgebaut werden. Das Erreichen des Break-even wird sich erwartungsgemäß noch hinziehen. Die Verluste 2000 lagen immerhin bei über 6 Millionen Euro. Im B2C-Geschäft hat der Konzern mittlerweile alle Marken ins Netz gestellt, als letzte Einheit kamen zu Kaufhof, Media Markt und Saturn die Praktiker-Märkte im März dieses Jahres hinzu. Als Erfolg wertet Körber den Start des Spielzeug-Onlinehändlers Zebralino unter der Kaufhof-Dachmarke.

Dagegen besteht bei Kaufhof.de vor allem nach dem Start des Wettbewerbers Karstadt im Netz Handlungsbedarf. Körber kündigt an, weitere zielgruppenspezifische Shops starten zu wollen.

Insgesamt äußert sich Körber zufrieden über die Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr. Der Konzernumsatz stieg um rund 7 Prozent auf 47 Milliarden Euro. Dabei hat sich der Auslandsanteil um rund 3 Prozentpunkte auf rund 43 Prozent erhöht. Vor allem Cash & Carry, dessen Umsatzanteil am Konzern insgesamt 45 Prozent ausmacht, trägt zur Internationaliseirung bei. Im Bereich SB-Warenhäuser haben die Realmärkte zulegen können. Dagegen ist der Verbrauchermarkt Extra von den Nullmargen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel betroffen. Positiv haben sich Mediamarkt und Saturn entwickelt, aber auch die teuer repositionierten Baumärkte konnten zulegen.

Weiterhin problematisch zeigt sich der Bereich Kaufhof Warenhäuser. Zwar liegt der Anteil des modernen Galeria-Konzepts bereits bei über 70 Prozent, doch trotz des geplanten Ausbaus der Internationalisierung im Warenhausbereich – unter anderem durch den Kauf des belgischen Unternehmens Inno – werden die Verkaufsgerüchte rund um Kaufhof nicht verstummen. Dies wird durch die Reduzierung der Metro-Beteiligungen auf 51 Prozent genährt. "Das bedeutet nicht den Verkauf von Anteilen", betont Körber. Trotz aller Anstrengungen ging der Umsatz der Warenhäuser weiter um 1,5 Prozent auf 3,9 Millionen Euro zurück. Im Geschäftsjahr 2001 erwartet Körber eine beschleunigte organische Expansion, obwohl sich die Metro in vielen Bereichen "einem schwierigen Branchenumfeld" ausgesetzt sieht Der Umsatz wird 2001 auf 50 Milliarden Euro geschätzt.

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