Mercedes verabschiedet sich aus Second Life

Donnerstag, 20. März 2008

Nur rund ein Jahr nach der Eröffnung einer virtuellen Dependance in Second Life kehrt Mercedes-Benz der Online-Community den Rücken. Nach HORIZONT-Informationen wird der Stuttgarter Autobauer in diesen Tagen seinen Rückzug gegenüber den Usern der Internet-Welt verkünden. Eine Unternehmenssprecherin spricht von einer "abgeschlossenen Testphase" und will das Engagement nicht als Misserfolg gewertet wissen: "Wir haben über 10000 Dialoge mit Usern geführt und werden Second Life und andere 3D-Welten weiter aufmerksam beobachten." Ein Wiedereinstieg bei Second Life schließt der Autobauer dabei für die Zukunft ausdrücklich nicht aus - ebenso wenig wie eine Präsenz in einer anderen 3D-Welt.

Mercedes-Benz ist nicht das einzige deutsche Unternehmen, das der virtuellen Web-Welt den Rücken kehrt. Erst vor vier Wochen hatte die Deutsche Post bekanntgegeben, ihre Dependance in Second Life dicht zu machen. Am mangelnden Interesse der Nutzer liege das allerdings nicht, wiegelt der Bonner Konzern ab. "Alle unsere Ziele haben wir erreicht", heißt es auf einer Info-Website zur Online-Niederlassung. Auch der Gelbe Riese will 3D-Plattformen demnach weiter beobachten - und schließt ein Comeback für die Zukunft nicht aus.

Unter Marketern ist allerdings schon seit längerem umstritten, ob sich der Aufwand für den Dauerbetrieb einer Präsenz in Second Life lohnt. Zwar konnte der Betreiber Linden Lab im Januar mit über 12 Millionen Nutzern einen neuen Höchststand bei den registrierten Bewohnern seiner Web-Welt vermelden. Die Zahl der aktiven Avatare, wie die künstlichen Persönlichkeiten der Nutzer genannt genannt werden, war in diesem Monat mit rund einer halben Million allerdings weitaus geringer. jh

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