Medienwächter fordern verbindliche Regeln für TV-Gewinnspiele

Freitag, 25. Mai 2007

Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring, fordert verbindliche Regelungen für TV-Gewinnspiele. Anlass sind Manipulationsvorwürfe gegen den Sender 9 Live, die der Sender inzwischen allerdings entkräften konnte. "Wir sind derzeit auf eine Mitwirkung der Sender angewiesen, weil es bislang keine Steuerungsmöglichkeit der Landesmedienanstalten gibt. Es gibt keine gesetzliche Richtlinienbefugnis und es gibt keinen Ordnungswidrigkeiten-Tatbestand, der bei Verstößen greifen kann", beklagt Ring. Der aktuelle Fall bei 9 Live solle Anlass sein, die Weiterentwicklung der Regeln zügig voranzutreiben und die Landesmedienanstalten mit wirksamen aufsichtsrechtlichen Befugnissen auszustatten. Anlass für die Überprüfung war ein im Internet kursierendes Video, in dem 9-Live-Moderatorin Anita Lauenstein die Redaktion auffordert, Anrufer erst später durchzustellen. Die BLM hatte den Sender daraufhin zu einer Stellungnahme aufgefordert, die von den Medienwächtern als "plausibel" gewertet wurde. Damit hat sich der Fall für 9 Live zunächst erledigt.

Erst vor drei Wochen hatten sich Anbieter von TV-Gewinnspielen mit den Landesmedienanstalten auf freiwillige Regeln und eine Stärkung des Jugendschutzes geeinigt. "Eine Regelung ist in unserem Interesse, da für uns Akzeptanz und Rechtssicherheit für Call-in-Formate sehr wichtig sind", hatte Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien damals gesagt. dh



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