Medienunternehmen verdienen so gut wie lange nicht mehr

Donnerstag, 04. Mai 2006

In einer Trendanalyse hat HORIZONT die wichtigsten Kennzahlen von rund einem Viertel der 100 größten deutschen Medienunternehmen analysiert. Fazit: Mehr als 90 Prozent melden wachsenden Umsatz, fast ebenso viele steigenden Gewinn. Die ganz großen Erlössprünge in prozentual zweistelliger Höhe sind jedoch Ausnahmen. Sie bleiben vornehmlich Medien im jungen Teleshopping-Markt (QVC, HSE 24) und dem weiter - auch dank gut laufender Neuprodukte - aufstrebenden Zeit-Verlag vorbehalten.

Den Gewinn dagegen konnten nahezu alle Medienhäuser im Vergleich zu 2004 nennenswert steigern. Von den 14 Unternehmen, die Angaben zu ihrem Ergebnis machen, schafften mehr als die Hälfte ein Plus, das deutlich über 10 Prozent liegt. Premiere mit einem Gewinnzuwachs von rund 75 Prozent führt die Liste der Aufsteiger an, QVC Deutschland (plus 35 Prozent) und Pro Sieben Sat 1 Media (plus 31 Prozent) folgen.

Die Ursachen für das gegenüber den Vorjahren überdurchschnittlich hohe Wachstum bei den wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen sind unterschiedlich: Erfolgreiche internationale Expansion, Diversifikation in neue Geschäftsfelder und der Zukauf von Unternehmen.

Die herkömmlichen Erlösquellen der Medien, der Verkauf von Inhalten sowie von Werbeplätzen und -zeiten, entwickeln sich weiterhin sehr verhalten. So ist der Bruttowerbeumsatz der Zeitschriften gegenüber 2004 um 2 Prozent gesunken, die verkaufte Auflage der Tageszeitungen sogar um 3,2 Prozent. rol


Chart: Umsatz und Gewinn der größten deutschen Medienunternehmen 2005
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