Medientage: Öffentlich-rechtliche Internetangebote spalten Experten

Freitag, 30. Oktober 2009
Die Debatte um die Web-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender geht weiter
Die Debatte um die Web-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender geht weiter

Überraschendes Ergebnis bei der Expertenbefragung, die Deloitte fortlaufend auf den Medientagen in München erhebt: Demnach geht zwar der Großteil der Teilnehmer davon aus, dass die öffentlich-rechtlichen Internetaktivitäten keine negativen Auswirkungen auf den privaten Wettbewerb haben. Allerdings sehen immerhin 43 Prozent der nicht-repräsentativ vor Ort Befragten Verzerrungen durch die Onlineaktivitäten von ARD und ZDF.  Zuletzt entbrannte der Streit um das, was die gebührenfinanzierten Sender im Internet dürfen oder nicht, an den Drei-Stufen-Tests, die diese seit dem Sommer für ihre Onlineangebote vorlegen müssen. Die im Rahmen der Tests geforderten Gutachten schaffen jedoch mehr Verwirrung als Erhellung, kritisieren zumindest die Vertreter der privaten Sender. Die auf dieser Basis gefällten Entscheidungen der Rundfunkräte seien zum Großteil nicht nachvollziehbar. 

So hatte der MDR-Rundfunkrat vergangenen Monat die Angebote Kikaninchen.de und der Online-Mediathek Ki.Ka Plus durchgewunken - obwohl der dafür veranschlagte Finanzbedarf sogar laut dem der Entscheidung zugrunde liegenden Gutachten zu niedrig lag. Und obwohl die Website Toggolino.de von Super RTL bereits mit einem ganz ähnlich strukturierten Angebot am Markt ist.  

Die privaten Sender, vertreten vom Verband privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), befürchten daher, dass die öffentlich-rechtlichen Angebote Aufmerksamkeit von ihren eigenen Medien abziehen. Geringere Klick- und Zuschauerzahlen erschweren jedoch die Vermarktung der privaten Angebote und schwächen damit die Position. Deloitte befragt für das "Expertenbarometer Medientage 2009" 316 Teilnehmer der Messe zu einem aktuellen Thema. HORIZONT.NET präsentiert die Ergebnisse exklusiv. pap
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