Medientage: Verleger streiten über Änderungen der Pressefusionsklausel

Donnerstag, 23. Oktober 2003

Die jetzigen Regelungen gewährleisten die Vielfalt der Presselandschaft, sagte Hermann Balle, Verleger des "Straubinger Tagbatts" zur Eröffnung des Printgipfels im Rahmen der Münchner Medientage. Allenfalls dürfe die gemeinsame Umsatzgrenze von 25 Millionen Euro, ab der Kooperationen prüfungspflichtig sind, auf das drei- oder vierfache angepasst werden. "Wenn es keine gegenseitigen Stützungsmaßnahmen gibt, wird die deutsche Presselandschaft veröden", hielt "Zeit"-Chefredakteur Michael Naumann dagegen. Die "Zeit"-Mutter Holtzbrinck hatte versucht, in Berlin ihren "Tagesspiegel" mit der "Berliner Zeitung" zu fusionieren und das Blatt dann an den Manager Pierre Gerckens verkauft.

Naumann kritiserte auch die Abgrenzung der so genannten relevanten Märkte, wonach in Berlin zum Beispiel die Kioskauflagen der beiden Springer-Blätter "Bild" und "Welt" nicht in die Bewertung einfließen. Der Verleger des "Schwarzwälder Boten", Richard Rebmann, forderte die Einführung einer Bagatellklausel für Kleinstverlage sowie die Anhebung de Prüfungsgrenze auf 70 bis 80 Millionen Euro, wodurch zwei Verlagen mit einer Auflagenhöhe von je 150.000 Exemplaren die Kooperation ermöglicht würde. he
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