Medientage: Mercedes-Markenchef: "Es gibt nicht mehr Geld!"

Mittwoch, 28. Oktober 2009
Screenshot aus der aktuellen Mercedes-Benz-Kampagne
Screenshot aus der aktuellen Mercedes-Benz-Kampagne

Anders Sundt Jensen, Leiter Markenkommunikation Mercedes-Benz Cars, rechnet nicht damit, dass die Werbeausgaben wieder steigen werden und rät den Medien, sich auf dem niedrigeren Niveau einzurichten. "Es gibt kein Geld mehr. Und das Geld wird umverteilt", sagt er auf den Medientagen München.  Jensen kritisiert das aus seiner Sicht schwache Programm der TV-Sender und begründet auch damit eine Umverteilung im Mediasplit. TV sei zwar nach wie vor das reichweitenstärkste Medium. Er sei jedoch nicht bereit, Umfelder wie die Coaching-Shows zu buchen. "Dort werden wir nicht weiter hinein investieren", sagt er. 

Da Bewegtbild für Mercedes jedoch ein extrem wichtiges Medium sei, setzt der Autobauer verstärkt auf das Internet, unter anderem auf eigene Kanäle. Aktuell fließen jedoch laut Jensen 8 Prozent des Netto-Budgets in die neuen digitalen Medien.

Dass Mercedes-Benz Cars seine Spendings für teure TV-Werbung nicht wieder erhöhen will überrascht nicht, denn der Autobauer hat seine Ausgaben  zuletzt massiv zusammengestrichen. Laut Nielsen Media Research investierte die Muttergesellschaft Daimler von Anfang Januar bis Ende September 2009 brutto nur noch 57,5 Millionen Euro in klassische Kommunikation. Das ist ein Minus von 42 Prozent.  pap/mas
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