Medientage: Experten uneins über Paid Content und Spenden als Erlösquellen für Verlage

Freitag, 30. Oktober 2009
Sieht OPaid Content kritisch: Siemens-Manager Harald Greiner
Sieht OPaid Content kritisch: Siemens-Manager Harald Greiner

Wie können Medienhäuser in Zukunft ihre Inhalte finanzieren, wenn die Werbeerlöse zunehmend wegbrechen? Dies ist eine der zentralen Fragen bei den Medientagen München 2009. Harald Greiner, Director Business Development Media bei Siemens, äußert sich skeptisch gegenüber Paid Content im Internet: „Bezahlinhalte funktionieren gut bei Musik, Spielfilmen, Sportinhalten und B-to-B-Angeboten. Wenn es aber um die klassischen Bereiche von Tageszeitungen geht, habe ich Bedenken." Christian Koepe, Vertriebsleiter Medienlösungen Deutschland bei Siemens, nannte zudem mehrere Bedingungen, damit Paid Content funktionieren kann. Zum einen müssten einfache Micropayment-Systeme eingesetzt werden, um den Aufwand für den User möglichst gering zu halten. Zum anderen gäbe es nur einen Markt für exklusive Inhalte.

Als Königsweg sieht Markus Härtenstein, Leiter Product Management & Programming bei Pro Sieben Sat 1, eine Mischfinanzierung aus Werbeerlösen und Bezahlinhalten. Erst vor wenigen Tagen hat sein Unternehmen mit der Ankündigung für Schlagzeilen gesorgt, Nutzungsgebühren für Free-TV einführen zu wollen. Zudem müsse laut Koepe aber auch ernsthaft über Spendenmodelle nachgedacht werden, die in den USA bereits bestehen.

Holger Feist, Director Business Development bei Hubert Burda Media, sieht dies jedoch äußerst kritisch. „In den USA ist grundsätzlich die Spendenbereitschaft viel größer als hierzulande. Ich wäre besorgt, wenn die Zukunft der Verlagshäuser von Spenden abhängen würde." Sein Verlag erzielt derzeit 6-stellige Erlöse über Paid Content. Eine große Chance sieht er im Verkauf von Applikationen für das iPhone. bn
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