Medienkonzerne stehen bei türkischer Dogan-Gruppe Schlange

Donnerstag, 14. Oktober 2010
Westliche Medienkonzerne buhlen um die türkische Mediengruppe
Westliche Medienkonzerne buhlen um die türkische Mediengruppe

Mehrere Medienunternehmen wollen offenbar die Mediensparte der türkischen Dogan Yayin Holding übernehmen. Zu den Interessenten zählen neben den US-Medienkonzernen Time Warner und News Corp. auch die Bertelsmann-Tochter RTL Group und der Finanzinvestor KKR, der auch an Pro Sieben Sat 1 beteiligt ist. Das berichten verschiedene Nachrichtenagenturen unter Berufung auf informierte Kreise. Auch der französische Konzern Vivendi und die osteuropäische Gruppe Central European Media Enterprises mit Sitz in Prag zählen offenbar zu den Interessenten. Dogan befindet sich seit mehreren Jahren in einem erbitterten Steuerstreit mit der konservativen türkischen Regierung. Die türkischen Behörden bezichtigen die Gruppe, die rund die Hälfte des türkischen Medienmarktes kontrolliert, der Steuerhinterziehung und haben dem Unternehmen mehrere Strafen in Milliardenhöhe aufgebrummt. Insgesamt geht es um 2,2 Milliarden Euro. Um die drohenden Steuerstrafen zu begleichen, hatte Dogan bereits vor einigen Monaten den Verkauf seines Mediengeschäftes als mögliche Lösung angedeutet.

Die Türkei gilt als attraktiver Wachstumsmarkt. Axel Springer ist seit Ende 2008 mit 25 Prozent an der TV-Tochter der Gruppe beteiligt. Eine geplante Aufstockung der Anteile wurde allerdings wegen des Steuerstreits mit den türkischen Behörden auf Eis gelegt. Springer wollte sich mit bis zu 29 Prozent an der Gruppe beteiligen. dh
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