Medienkonzerne kehren in die Gewinnzone zurück / Lichtblick für AOL

Donnerstag, 04. Februar 2010
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Die Talsohle ist offenbar durchschritten. Nach einem schwarzen Jahr 2009 melden die großen Medienkonzerne inzwischen wieder bessere Geschäfte. Wie HORIZONT.NET bereits gestern berichtete, konnte der von Medienmogul Rupert Murdoch kontrollierte Konzern News Corp. für das Ende Dezember abgeschlossene Quartal wieder einen ordentlichen Gewinn von 254 Millionen Dollar melden. Auch Comcast und Time Warner, der sich Ende 2009 von seiner chronisch defizitären Online-Tochter AOL getrennt hatte, ist wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt und macht positive Prognosen für 2010. Und selbst beim inzwischen unabhängigen Internetanbieter AOL läuft es wieder etwas besser: Das Unternehmen, das sich kürzlich aus Deutschland zurückgezogen hatte, hat trotz Umsatzrückgang im 4. Quartal einen leichten Gewinn von rund einer Million Dollar erzielt. Im Vorjahr hatte AOL noch ein Verlust von knapp 2 Milliarden Dollar eingefahren. Der Umsatz gab hingegen um 17 Prozent nach und liegt bei knapp 810 Millionen Dollar.

AOL-Konzernchef Tim Armstrong
AOL-Konzernchef Tim Armstrong
Die Werbeeinnahmen verringerten sich ebenfalls - um 8 Prozent auf rund 471 Millionen Dollar. Diesen Rückgang führt das Unternehmen zum Teil auf den Kundenschwund zurück. Beispielsweise sank die Zahl der Abonnenten von AOL-Internetzugängen in den USA im vergangenen Jahr um 27 Prozent auf knapp 5 Millionen.

Seit einiger Zeit versucht Konzernchef Tim Armstrong sein Geschäft mit Online-Werbung auf eine feste Basis zu stellen. Mittlerweile präsentiert sich AOL nicht nur als Internetzugangsanbieter, sondern in erster Linie als Portal-Betreiber. Neben der Hauptseite AOL.com lizenziert AOL Media auch Content an Drittanbieter und betreibt auch die Seiten Asylum.com, DailyFinance, FanHouse.com, PoliticsDaily.com, Games.com, Moviefone.com und WalletPop.com. Zudem hat AOL beispielsweise im Frühjahr 2008 das britische Social-Network Bebo, den Web-2.0-Aggregator Socialthing sowie den Spezialisten für Kontext-Suche Sphere gekauft, verstärkte sich Mitte des vergangenen Jahres durch die Übernahme der lokalen Site Patch.com. Vor wenigen Wochen hat AOL den Online-Videodienst Studio Now gekauft. jm/mas

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