Medienkonzentrationsbericht der KEK sorgt in Bayern für Aufruhr

Mittwoch, 29. November 2000

Trotz der gewachsenen Übertragungskapazitäten steht es um die Programmvielfalt im deutschen TV-Markt schlecht. Zu diesem Ergebnis kommt die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) in ihrem aktuellen Bericht mit dem Titel "Fortschreitende Medienkonzentration im Zeichen der Konvergenz". Weder die Digitalisierung noch das Engagement ausländischer Medienkonzerne habe den Wettbewerb unter den TV-Anbietern beleben können. Stattdessen konnten die beiden TV-Giganten Kirch Gruppe und RTL Group ihre Dominanz ausbauen und sich über Internet-Ableger eine multimediale Meinungsmacht schaffen. Die KEK befürchtet, dass so die hochkonzentrierten Strukturen der klassischen Medien auch auf das Internet übertragen werden. Unzufrieden mit dem KEK-Bericht äußerte sich die Bayrische Landeszentrale für neue Medien (BLM). Bei ihrer Untersuchung des bayrischen Hörfunkmarktes sei die Kommission oberflächlich vorgegangen und habe ihren Kompetenzbereich verlassen, kritisierte BLM-Präsident Wolf-Dieter Ring. Anfang des kommenden Jahres will die BLM selbst eine detaillierte Studie zur Medienkonzentration in Bayern veröffentlichen.
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