Medienkongress: „Radiomacher brauchen Mut-Management“

Dienstag, 18. Januar 2011
Das Radio-Panel auf dem 3. Deutschen Medienkongress
Das Radio-Panel auf dem 3. Deutschen Medienkongress

Um die Möglichkeiten der mobilen Mediennutzung richtig zu nutzen, müssen die Radiosender ins Internet gehen. „Wir brauchen starke Marken im Netz“, sagt Olaf Lassalle, Managing Director der Vivaki-Tochter Newcast, auf dem 3. Deutschen Medienkongress. Nur wenn die UKW-Sender auch online präsent sind, könnten sie erfolgreich differenzierte Programme für spezielle Zielgruppen machen, glaubt Lassalle.
„Statt Mood-Management der Hörer würde ich mir erstmal mehr Mut-Management der Radiomacher wünschen“, fordert der Newcast-Manager deshalb. Auch Bernhard Bahners, Director Marketing & Sales von Radio.de, kritisiert, dass noch längst nicht alle UKW-Sender den Schritt ins Internet geschafft haben. Bahners: „Es gibt Zielgruppen, bei denen das Smartphone im Mittelpunkt der Mediennutzung steht. Deshalb müssen die Radiomacher überall sein.“ Radio.de verbreitet rund 4000 Radiosender. „Alle Wellen dürfen es in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht verschlafen, Angebote ins Netz zu bringen“, so Bahners.

Um die aktuellen Bedürfnisse der jungen Zielgruppen aufzuspüren, die Radio besonders unterwegs nutzen, müssen die Radiosender in einen engen Dialog mit ihren Hörern treten. „Jede Form von Medienmarke hat nur Erfolg, wenn sie bottum-up mit Nutzern im Dialog steht“, sagt Kristian Kropp, Geschäftsführer der Sender RPR und Big FM. Die Zeit, in der von oben Vorgaben gemacht werden könnten, sei in der Politik ebenso vorbei, wie in den Medien. pap
Meist gelesen
stats