Medienkongress: "Print ist lebendiger denn je"

Dienstag, 18. Januar 2011
Das iPhone ist ein ständiger Begleiter auf dem Deutschen Medienkongress
Das iPhone ist ein ständiger Begleiter auf dem Deutschen Medienkongress

"Viele Medienhäuser sind nicht innovativ genug". Beim Deutschen Medienkongress 2011 ging Marc Walder, Geschäftsführer von Ringier, mit den Verlagen hart ins Gericht.
Bei der Diskussion über die Zukunft des Printgeschäfts verwies Walder auf die jüngsten Erfahrungen aus den Jahren der Krise. Diese hätten gezeigt, dass Konjunkturschwankungen vor allem klassisch aufgestellte Medienhäuser besonders hart treffen. Deshalb plädiert er dafür, Medienunternehmen breiter aufzustellen - ohne dabei das Kerngeschäft Print zu vernachlässigen. Von den Verlagen forderte er deshalb mehr Weitsicht. Für Medienunternehmen könne es äußerst rentabel sein, in Geschäftsfelder außerhalb des Printgeschäfts vorzustoßen. Am besten in solche, die der thematischen Ausrichtungen des Unternehmens ähnlich sind. Dabei sei es jedoch von enormer Wichtigkeit, die Unabhängigkeit der eigenen Titel zu bewahren und sie als Aushängeschild für das Unternehmen zu vermarkten.

Dazu zählt natürlich auch eine zeitgemäße Präsenz im Internet und auf mobilen Empfangsgeräten wie Smartphones oder Tablet-PCs. Es gelte, die Stärken der Marke Print auch auf das Internet zu übertragen. Gleichwohl waren sich alle Redner darin einig, dass Print gegenwärtig gegenüber dem Internet einen gewaltigen Vorsprung hat, wenn es um saubere, umfassende Recherchen und gute Hintergrundgeschichten geht.

Hinzu kommt, dass die Vermarktungserlöse, die Verlage mit iPad und Co erzielen, in absehbarer Zeit noch überschaubar sein werden. So gibt etwa Tobias Nickel, Leiter der Markenkommunikation von BMW, zu bedenken, dass das Nutzungsverhalten von iPads noch nicht ausreichend bekannt sei, um effektive Werbemaßnahmen zu gestalten. Es müssten erst Werbeformen entwickelt werden, die diesem neuen Medium angepasst sind. Deshalb spielt Print auch für Vermarkter in Zukunft weiter eine wichtige Rolle.

Mit den Worten "Print ist lebendiger denn je" findet Andreas Schoo, Geschäftsführer von Bauer Media Worte, die die Verleger optimistisch stimmen. Dennoch führt kein Weg an der anhaltenden Digitalisierung vorbei. Deshalb sei es wichtig, mit der Umerziehung der Leser zu beginnen, so Walder. Die Bereitschaft auch für digitale Inhalte zu bezahlen, müsse größer werden. hor
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