Medienkongress: Online-Vermarkter prognostizieren rasche Konsolidierung

Mittwoch, 21. Januar 2009
Christoph Schuh von Tomorrow Focus: Vermarkter müssen eingreifen
Christoph Schuh von Tomorrow Focus: Vermarkter müssen eingreifen

Trotz immer neuer Hiobsbotschaften angesichts der Wirtschaftsflaute blicken die Onlinevermarkter optimistisch in das Jahr 2009. „Das Internet wird als Gewinnermedium aus der Krise hervorgehen“, sagt Matthias Falkenberg, Geschäftsführer Seven-One Interactive, beim 1. Deutschen Medienkongress in Frankfurt. Als wichtigste Wachstumstreiber identifizieren Experten wie Guido Sachs von Interactive Media und Arndt Groth von Adconion die Segmente Mobile Marketing, Video Advertising und Performance Marketing. Allerdings werden die Zuwachsraten im gesamten Internet-Business bei weitem nicht mehr so hoch sein wie in den vergangenen Jahren. „Wir gehen von einstelligen Steigerungsraten aus“, prognostiziert Christoph Schuh, Vorstand Marketing & Sales bei dem Online-Vermarkter Tomorrow Focus. Davon wird von den schätzungsweise 150 Online-Vermarktern nicht jeder profitieren, da sich aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation die Konsolidierung im Internet-Werbemarkt extrem beschleunigen wird. Unter Druck geraten laut Schuh derzeit vor allem kleine Dienstleister und solche, die keine klare Positionierung haben. "Bei uns klopfen jede Woche Vermarkter an, die mit uns zusammenarbeiten wollen", verrät der Tomorrow-Focus-Manager.

Zu schaffen macht den Vermarktern auch der steigende Preisdruck. Aufgrund des Überangebots an Werbefläche und der Sparmaßnahmen von Werbekunden ist hier derzeit ein Gefälle zu beobachten. Arne Wolter, Geschäftsführer G+J Electronic Media Sales bestätigt: "Das Thema wird zwischen Vermarktern, Agenturen und Werbekunden derzeit heiß diskutiert. Aber es ist die Frage, ob man mitspielt." Wolter und Sachs sind sich einig, dass gerade Qualitätsvermarkter die Preise hoch halten können. Zudem seien die Kunden bereit, gerade für innovative Werbeformate Geld zu bezahlen.

Beim Thema Kreativität gebe es im Online-Werbegeschäft allerdings noch Defizite, konstatiert Robert Bosch von Axel Springer: "In den Agenturen beschäftigen sich die Kreativen noch zu wenig mit dem Web." Immerhin haben laut Matthias Ehrlich von United Internet Media die Kreativschmieden diesen Nachholbedarf erkannt und stellen sich langsam um. Auf der diesjährigen Online-Messe Dmexco in Köln gebe es daher einen eigenen Messeteil speziell für das Thema Kreation. Schuh mahnt zudem, das Thema Kreation nicht nur den Agenturen zu überlassen: „Da sich die Agenturen aufgrund ihrer Organisationsstruktur noch schwer tun, medienübergreifende Konzepte zu entwickeln, müssen hier die Vermarkter stärker eingreifen.“
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