Medienkongress: Andreas Wiele plädiert für Bezahl-Apps

Dienstag, 18. Januar 2011
"Werbung allein wird es nicht richten": Andreas Wiele
"Werbung allein wird es nicht richten": Andreas Wiele

Axel Springer fordert die Verlagswelt auf, für Apps auf mobilen Endgeräten Geld zu verlangen. Die Verlage dürften jetzt ihre "zweite Chance" in der digitalen Welt nicht verpassen, journalistische Inhalte kostenpflichtig zu vertreiben, sagte Andreas Wiele, Zeitschriftenvorstand bei Axel Springer, beim Deutschen Medienkongress 2011 von HORIZONT in Frankfurt. Die Verlage müssten den Mut haben, für Apps den vollen Preis zu verlangen: "Werbung allein wird es nicht richten", so Wiele - und zeigte Unverständnis für die Gratis-App des "Auto Bild"-Wettbewerbers "Auto Motor und Sport" (Motorpresse Stuttgart/G+J): "Schade, dass sich manche Verlage nicht trauen, für ihre Inhalte Geld zu verlangen." Für den Werbemarkt seien Smartphones und Tablet-Computer zugleich eine große Chance, da die Leser digitale Zeitschriften gründlicher nutzten als das übrige Online-Angebot.

Nach Ansicht von Philipp Welte, Zeitschriftenvorstand bei Hubert Burda Media, sollten die Verlage im Wettbewerb gegen die Internet-Giganten Google, Facebook und Apple ihre Kräfte bündeln, "statt die Titel der Wettbewerber möglichst öffentlichkeitswirksam mit Dreck und Schmutz zu bewerfen".

Trotz des Booms von Netzwerken wie Facebook werde die Gesellschaft auch künftig auf journalistische Inhalte nicht verzichten können, meinte Bernd Buchholz, Vorstandschef von Gruner + Jahr: "Es muss jemanden geben, der das Relevante aus dem Informationsüberfluss herausfiltert, einordnet und aufbereitet." hor

Mehr zum Print-Gipfel auf dem Deutschen Medienkongress 2011 lesen Abonnenten in der HORIZONT-Ausgabe 3/2011, die am Donnerstag dieser Woche erscheint.
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