Medienkongress: 3 Thesen zur Entwicklung des iPad-Marktes

Dienstag, 18. Januar 2011
Inzwischen macht sich im Umgang mit dem iPad Realismus breit
Inzwischen macht sich im Umgang mit dem iPad Realismus breit

Beim Deutschen Medienkongress 2011 in Frankfurt wurde die Expertenrunde zur Zukunft des Mobile-Marktes eindeutig vom iPad bestimmt. Schließlich hat das Gerät den Markt in den vergangenen Monaten enorm beflügelt. Allerdings zeigt sich in der Debatte auch ein erster Realismus, wie die folgenden, durchaus streitbaren Thesen beweisen. 1.) iPad-Nutzung normalisiert sich
Der Hype der vergangenen Monate nach dem Marktstart des Tablet-PC von Apple kühlt zumindest leicht ab. So ist die Applikation der „Frankfurter Rundschau" in den ersten Tagen nach dem Launch rund 30.000 Mal pro Tag heruntergeladen worden. Inzwischen bewegt sich die Zahl der Downloads pro Tag im niedrigen Tausender-Bereich. Dies berichtet Silke Springensguth, die als Geschäftsführerin von DuMont Net das Angebot verantwortet. Enttäuscht ist sie angesichts der Entwicklung jedoch nicht. „Angesichts der bislang geringen Verbreitung des iPad gibt es eben nur wenige potenzielle App-Käufer. Die meisten davon haben wir erreicht", begründet sie.

2.) Verspieltheit weicht der Notwendigkeit
Bei der Gestaltung von Werbeformen auf dem iPad war gerade am Anfang eine sehr große Experimentierfreude zu beobachten. Ziel war es, die Möglichkeiten der neuen Plattform kennenzulernen und auszureizen - mit vergleichweise großem Aufwand und Budget. Laut Florian Gmeinwieser, Geschäftsführer Plan.net mobile, nimmt die anfängliche Verspieltheit der Werbungtreibenden inzwischen wieder etwas ab. „Der Trend geht in die Richtung, dass dem Nutzer nur so viel Interaktion wie nötig geboten wird."

3.) Apps werden überschätzt
Mark Wächter, Vorsitzender der Fachgruppe Mobile im Bundesverband Digitale Wirtschaft, warnt Unternehmen vor übertriebenem Aktionismus. „Nicht jede Firma braucht eine App", lautet sein Appell. Eine Mobile-optimierte Website reiche oftmals bereits aus. Eine Applikation sei nur dann sinnvoll, wenn sie dem Nutzer einen echten Mehrwert biete. Plan.net-Manager Gmeinwieser geht sogar noch einen Schritt weiter. Er ist überzeugt, dass mit der Beschleunigung des mobilen Internets, die App-Nutzung deutlich abnehmen wird. Seine mittelfristige Prognose: „In drei bis fünf Jahren werden wir nicht mehr über Apps reden." Für Verlage könnte dies ein böses Erwachen aus den aktuell hochfliegenden Paid-Content-Phantasien bedeuten. Bei der Nutzung von mobilen Anwendungen sind die Verbraucher bereits an eine Bezahlkultur gewöhnt. „Je weblastiger ein mobiles Angebote aussieht, desto geringer ist die Zahlungsbereitschaft", so Springensguth. bn
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