Medienhüter verschärfen Regeln für Gewinnspiele drastisch

Mittwoch, 08. Oktober 2008

Schlechte Nachrichten für 9Live und Co: Die Landesmedienanstalten haben neue Regeln für Gewinnspiele in Fernsehen und Radio auf den Weg gebracht. Die bisherigen Bestimmungen sollen deutlich verschärft werden. Für Sender wie 9Live oder das DSF, bei denen Call-In-Sendungen einen relevanten Umsatzanteil darstellen, könnten die neuen Regeln mit deutlichen Umsatzeinbußen verbunden sein oder im Extremfall sogar das gesamte Geschäftsmodell gefährden. „Mit dem Entwurf der Gewinnspielsatzung wollen wir schwarzen Schafen einen Riegel vorschieben, die mit zum Teil unseriösen Methoden den Verbrauchern das Geld aus der Tasche ziehen", erklärt Thomas Langheinrich, Vorsitzender der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten.

Vor allem Kinder und Jugendliche sollen durch die neuen Regeln geschützt werden. So dürfen Minderjährige nach dem Entwurf in Zukunft nicht mehr an Gewinnspielen teilnehmen. Gewinnspiele, die sich direkt an Kinder an Kinder und Jugendliche wenden, sollen gänzlich verboten werden, es sei denn, die Anrufe sind unentgeltlich. Zudem sollen verschärfte Regeln für die Information über Gewinnchancen gelten. Anbieter von Gewinnspielen müssen den Medienwächter auf Wunsch genaue Protokolle des Ablaufs zur Verfügung stellen. Die Verbindungskosten pro Teilnehmer sollen technisch auf eine Obergrenze von 30 Euro pro Tag begrenzt werden. Bei Verstößen drohen den Sendern empfindliche Geldbußen von bis zu 500.000 Euro. Durch den seit September gültigen 10. Rundfunkstaatsvertrag haben die Landesmedienanstalten erstmals die Möglichkeit, Verstöße auch entsprechend zu ahnden.

Die Sender haben in den nächsten Wochen die Gelegenheit, zu den Plänen Stellung zu beziehen. Allerdings drücken die Medienhüter auf's Tempo: Sie wollen die neuen Bestimmungen möglichst noch in diesem Jahr verabschieden. dh
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