Medienhüter verbieten SKL-Show bei Das Vierte

Dienstag, 20. März 2012
Die Show zum Tag des Glücks darf nicht mehr ausgestrahlt werden
Die Show zum Tag des Glücks darf nicht mehr ausgestrahlt werden


Die Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) muss in Zukunft auf eine eigene TV-Show verzichten. Nach Ansicht der Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) hat die "Show zum Tag des Glücks" beim Sender Das Vierte gegen das Werbeverbot für öffentliches Glücksspiel verstoßen. Die Medienhüter haben die weitere Ausstrahlung der Show verboten. Außerdem hat die ZAK Verstöße bei Sat 1 und Nickelodeon beanstandet. Nach Ansicht der Medienwächter handelte es sich bei der "Show zum Tag des Glücks", die am 11. November 2011 bei Das Vierte ausgestrahlt wurde, um Werbung für öffentliches Glücksspiel. Die SKL wurde in der Sendung 26 Mal von den Moderatoren erwähnt, das Logo und das Lotterielos waren über 200 Mal zu sehen. Auch dass die Kandidaten ein Los der SKL besitzen mussten, um an der Show teilzunehmen, zeige den werblichen Charakter der Sendung, urteilt die ZAK.

Die SKL war den Medienhütern bereits in der Vergangenheit ein Dorn im Auge. Bis 2008 zeigte RTL die "SKL-Show" mit Günther Jauch. Nach rechtlichen Bedenken der zuständigen Niedersächsischen Landesmedienanstalt verzichtete RTL auf eine weitere Ausstrahlung der Sendung.

Außerdem haben die Medienhüter Sendungen von Sat 1 und Nickelodeon beanstandet. Sat 1 hatte im Dezember in den Sendungen "Anna und die Liebe" und "K 11" den Übergang zwischen Programm und Werbung so fließend gestaltet, dass die optische und akustische Unterscheidung von Werbung und redaktionellem Inhalt nach Ansicht der ZAK nicht mehr gewährleistet war. Damit hat Sat 1 gegen das Gebot der leichten Unterscheidbarkeit von Werbung und Programm und das Trennungsgebot verstoßen. 

Eine Beanstandung kassierte auch der Kindersender Nickelodeon: Am 2. Dezember hatte der Sender von Viacom in der Kindersendung "Dora" einen rund sechsminütigen Werbeblock platziert. Kindersendungen dürfen allerdings nicht durch Werbung unterbrochen werden. Der Sender erklärte, die Werbepause sei irrtümlich programmiert worden. dh
Meist gelesen
stats