Medienforum NRW: Konvergenz der Medien für deutsche Wettbewerbsfähigkeit

Montag, 14. Juni 1999

Die Konvergenz der Medien steht im Mittelpunkt des 11. Medienforums NRW, zu dem diese Woche rund 4000 Besucher in Köln erwartet werden. "Der Standort Deutschland braucht mehr Cross-over-Media, um wettbewerbsfähig zu bleiben", forderte Ministerpräsident Wolfgang Clement am Sonntagabend auf der Eröffnungsfeier. Die US-amerikanische IT- und Medienwirtschaft sei der deutschen und europäischen in der Vernetzung der Medien-, Telekommunikations- und Computerunternehmen "meilenweit voraus". Im Milliardenmarkt E-Business dürfe Deutschland nicht zum Konsumenten von US-Hardware, -Software, -Diensten und -Inhalten werden, sondern müsse zum international wettbewerbsfähigen Produzenten avancieren. Dazu fehle es den Deutschen nicht an Manpower und Infrastruktur, sondern an Motivation und dem Glauben an die Zukunft, erklärte der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff in Köln. Bertelsmann habe es sich zum Ziel gesetzt, auch in der multimedialen Breitbandwelt einer der größten Inhaltelieferanten zu werden. Zudem wolle man weltweit die Nummer 1 im Medien-E-Commerce werden. Die Deutsche Telekom forderte der Bertelsmann-Chef auf, den angekündigten Verkauf des TV-Kabels und die Öffnung der ADSL-Technik für Wettbewerber voranzutreiben. Zudem verlangte Middelhoff von der Politik, die Konvergenz der Medien gezielt zu fördern. Neben Regulierungen auf nationaler Ebene seien Initiativen zur Selbstkontrolle wie das Global Business Dialogue nötig. Middelhoff bekräftigte außerdem das Vorhaben der CLT-Ufa, sich am US-Free-TV-Markt zu beteiligen, in dem derzeit für ausländische Unternehmen noch eine Höchstbeteiligungsgrenze von 24,9 Prozent gilt. "Wir erwarten von der Politik", adressierte er an Wolfgang Clement, "daß Sie uns bei diesem Vorhaben die gleiche Unterstützung gewähren wie sie Rupert Murdoch beim Einstieg in den deutschen Medienmarkt erfahren hat."
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