Mediatrends 2012: Wie die Medienhäuser sich den kommenden Herausforderungen stellen

Freitag, 09. Dezember 2011
Print, TV, Online und Mobile kämpfen um Anteile
Print, TV, Online und Mobile kämpfen um Anteile


2012 stellt alle Mediengattungen vor die Herausforderung, im intermedialen Wettbewerb neue Argumente für das eigene Lager zu finden. Lesen Sie auf den folgenden Seiten die Mediastrategien von Frank Bachér (Interactive Media), Hans-Joachim Strauch (ZDF Werbefernsehen), Florian Ruckert (Radio Marketing Service), Markus Frank (Microsoft Advertising), Dirk Wiedenmann (Ströer Deutschland), Eberhard Klein (M. DuMont Schauberg) und Andreas Schilling (Burda Community Network).

Frank Bachér
Frank Bachér
Frank Bachér, Geschäftsführer Marketing & Sales Interactive Media

Mit welchem Thema sollte sich Ihre Mediengattung im Wettbewerb der Werbemedien 2012 profilieren? Welches Problem muss Ihre Gattung im kommenden Jahr am dringendsten lösen?
Die Gattung Online bietet wie kein zweites Medium eine hohe Transparenz für die Werbungtreibenden. Diese Stärke hat neben der steigenden Web-Nutzung dazu geführt, dass Online die zweitgrößte Mediengattung wurde. Onlinewerbung ist erwachsen geworden und damit steigen die Anforderungen an die Gattung auf allen Ebenen.Wir müssen weiter die Diskussion führen und die Argumente liefern, dass der Klick nicht die Währung unseres Mediums ist, wir brauchen abgestimmte Definitionen aller Marktteilnehmer für Leistungswerte und die Selbstregulierung unserer Branche muss staatlicher Einflussnahme zuvorkommen.

Was sind die größten Herausforderungen des kommenden Jahres speziell für Ihr Unternehmen?
Die Vermarktung attraktiver Marken-Websites ist auch im kommenden Jahr unser Kerngeschäft. Neben diesem High-Touch-Geschäft werden wir über Technologie unser Inventar optimierter auslasten. Der Anteil an Targeting- und Retargeting-Kampagnen wird steigen und wir werden prüfen, welche Rolle Real-Time-Bidding für unser Portfolio spielt. Neben Online gibt es sehr positive Signale in der Mobile-Vermarktung: Die Werbespendings folgen der steigenden Mobile-Nutzung und es gibt erfreuliche Aussagen von Markenartiklern, die Mobile erstmalig in ihre Budgetplanung aufnehmen. 2012 wird das lang erwartete Mobile-Jahr!

Hans-Joachim Strauch
Hans-Joachim Strauch

Hans-Joachim Strauch, Geschäftsführer ZDF Werbefernsehen

Mit welchem Thema sollte sich Ihre Mediengattung im Wettbewerb der Werbemedien 2012 profilieren? Welches Problem muss Ihre Gattung im kommenden Jahr am dringendsten lösen?
Um die Branche nach vorne zu bringen, sollte die Telemesse als Gattungsveranstaltung des Leitmediums wiederbelebt werden.

Was sind die größten Herausforderungen des kommenden Jahres speziell für Ihr Unternehmen?
Die Herausforderung 2012 wird die ZDF Werbefernsehen "Programmpräsentation 2013" sein, die sich mit einem besonderen Jubiläum befassen wird: 50 Jahre Werbung im ZDF – 50 Jahre Mainzelmännchen im täglichen und erfolgreichen Einsatz für die Werbung.

Florian Ruckert
Florian Ruckert

Florian Ruckert, Geschäftsführer Radio Marketing Service (RMS)

Mit welchem Thema sollte sich Ihre Mediengattung im Wettbewerb der Werbemedien 2012 profilieren? Welches Problem muss Ihre Gattung im kommenden Jahr am dringendsten lösen?
Das Thema Wirkung und Return on Investment (ROI) gewinnt an Bedeutung für Werbungtreibende. Das ist eine große Chance für das Radio, denn es ist das Werbemedium mit dem effizientesten Mitteleinsatz und in puncto ROI anderen Gattungen weit überlegen. Dafür liefert RMS mit exzellenter Marktforschung stichhaltige Belege.

Was sind die größten Herausforderungen des kommenden Jahres speziell für Ihr Unternehmen?
Trotz überzeugender Leistungswerte auf höchstem Niveau hat sich der Netto-TKP im Radio negativ entwickelt. Hier findet ohne guten Grund eine Wertevernichtung statt, die es aufzuhalten gilt. Die zentrale Frage, in welcher Form und vor allem zu welchem Preisniveau der gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Hörfunk seine Werbezeiten vermarktet, werden wir konsequent und laut stellen.

Markus Frank
Markus Frank

Markus Frank, Director Sales & Marketing Microsoft Advertising

Mit welchem Thema sollte sich Ihre Mediengattung im Wettbewerb der Werbemedien 2012 profilieren? Welches Problem muss Ihre Gattung im kommenden Jahr am dringendsten lösen?
Das Jahr 2012 wird vor allem das Jahr sein, in dem der große Durchbruch von Mobile erfolgen wird, insbesondere was die Vermarktung von Apps angeht. Hier einen einheitlichen Standard zu definieren, wird wichtig sein. Dazu kommen Real Time Bidding, Multiscreen-Kampagnen, interaktive Bewegtbildformate, die zunehmende Verschmelzung von TV und Internet: Onlinevermarkter haben hier die einmalige Gelegenheit, sich damit als Lead-Medium vor allen anderen Gattungen zu profilieren und mit intelligenten Multiscreen-Strategien auf die Bedürfnisse der Konsumenten und Werbungtreibenden zu reagieren.

Was sind die größten Herausforderungen des kommenden Jahres speziell für Ihr Unternehmen?
Wir haben nächstes Jahr vor allen Dingen zwei große Aufgaben auf der Agenda: Zum einen den erfolgreichen Vermarktungsstart des immens wachsenden Telefonie-Dienstes Skype, wo für nächstes Jahr ein erneutes User-Wachstum von 50 Prozent geplant ist. Videowerbung bietet hier große Chancen. Investieren werden wir zudem in den weiteren Ausbau unseres schnell wachsenden Exchange Real Time Marketplace.

Dirk Wiedenmann
Dirk Wiedenmann

Dirk Wiedenmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Ströer Media Deutschland

Mit welchem Thema sollte sich Ihre Mediengattung im Wettbewerb der Werbemedien 2012 profilieren? Welches Problem muss Ihre Gattung im kommenden Jahr am dringendsten lösen?
Im Bereich der einheitlichen Leistungsmessung und einer entsprechenden intermedialen Vergleichbarkeit wurden in den letzten Monaten enorme Fortschritte erzielt. Die Gattung Plakat wird den Plakatseher pro Stelle (PpS) einführen und dadurch in Zukunft über eine anerkannte und fundierte Methodik verfügen, um die Qualität eines Werbestandortes zu messen und darzustellen.

Was sind die größten Herausforderungen des kommenden Jahres speziell für Ihr Unternehmen? 
Wir haben uns viel vorgenommen. Unser Hauptziel ist es, neue Kunden in die Außenwerbung und insbesondere in die digitale Außenwerbung zu holen. Dazu verfügen wir mit den Infoscreens, dem Out-of-Home-Channel, den Shopping-Screens und dem Fahrgastfernsehen über ein extrem attraktives, reichweitenstarkes und zugleich ausdifferenziertes Portfolio. Gleichzeitig werden wir durch die Kombination unserer digitalen und klassischen Produkte breitere Lösungen für die Kommunikation unserer Kunden anbieten.

Eberhard Klein
Eberhard Klein

Eberhard Klein, Vorstand der Mediengruppe M. DuMont Schauberg

Mit welchem Thema sollte sich Ihre Mediengattung im Wettbewerb der Werbemedien 2012 profilieren? Welches Problem muss Ihre Gattung im kommenden Jahr am dringendsten lösen?
Die Tageszeitungen müssen sich nicht eigens profilieren, sie müssen aber deutlich stärker ihre ureigenen Qualitäten kommunizieren: Wir bieten mediale Kommunikationswege in einem qualitativ hochwertigen redaktionellen Umfeld und das mit einer höchst attraktiven, weil kaufkräftigen Zielgruppe. Das ist gleichzeitig auch unsere größte Herausforderung: Denn die Tageszeitungsmarken erreichen zunehmend diese kaufkräftige Zielgruppe auch digital. Das muss stärker in der Positionierung der Gattung Tageszeitung eingesetzt werden.

Was sind die größten Herausforderungen des kommenden Jahres speziell für Ihr Unternehmen? 
Trotz der Bedeutung der digitalen Ausrichtung unserer Mediengruppe dürfen wir nicht vergessen, die Printprodukte und die damit verbundenen Werbeformen innovativ weiterzuentwickeln. Und das am liebsten im kreativen Dialog mit Agenturen und Kunden.

Andreas Schilling
Andreas Schilling

Andreas Schilling, CEO und Managing Director Burda Community Network

Mit welchem Thema sollte sich Ihre Mediengattung im Wettbewerb der Werbemedien 2012 profilieren? Welches Problem muss Ihre Gattung im kommenden Jahr am dringendsten lösen?
Magazinwerbung muss sich noch viel stärker über Wirkungsnachweise positionieren. Anzeigen funktionieren deutlich und nachweisbar über inhaltliche Umfelder, und zwar wesentlich intensiver und öfter als TV oder Online. Durch einen gemeinsamen Kraftakt der großen Magazinverlage wird AIM hier 2012 große Fortschritte machen. Und wir müssen noch viel mehr über die journalistische Substanz sprechen, die Zeitschriften so unverzichtbar macht. Keine andere Gattung investiert annähernd so viele Ressourcen in die journalistische Qualität wie Zeitschriften. Das hat einen klaren Impact auf die Wahrnehmung von Werbung.

Was sind die größten Herausforderungen des kommenden Jahres speziell für Ihr Unternehmen?
Das BCN wird 2012 seine Marktführerschaft behaupten und hoffentlich auch ausbauen können. Das geht über intelligente und individuelle Werbeformen, die exakt das Kommunikationsziel des Kunden oder der Agentur erfüllen. Außerdem sehen wir großes Potenzial durch Kooperationen und die Übernahme von Mandaten. Und wir werden die Internationalisierung unseres Vermarktungsgeschäfts weiter vorantreiben. Schnelligkeit, Effizienz und optimale Beratung unserer Kunden und Agenturpartner sind Basis für alle diese Ziele. joz
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