Mediaradar: Junge Wilde mischen das Food-Segment auf

Freitag, 07. Juni 2013
Die zweite Auagsbe von "Deli" erschien im Mai
Die zweite Auagsbe von "Deli" erschien im Mai

Das Segment der Kochzeitschriften boomt: In den vergangenen Monaten und Jahren haben eine ganze Reihe neuer Food-Magazine das lange Zeit recht verstaubte Segment bereichert und die altbewährten Klassiker unter Druck gesetzt. Während "Essen & Trinken" von Gruner + Jahr zuletzt wieder zulegen konnte, geht die verkaufte Auflage des "Feinschmecker" seit geraumer Zeit fast kontinuierlich zurück. "Beef", "Effilee", "Jamie", "Deli" und nun "Meet": Nicht nur im Fernsehen boomt das Thema Kochen und Ernährung, auch am Kiosk gab es in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe spannender Neugründungen im Bereich der Food- und Kochzeitschriften. Viele davon durchaus erfolgreich: Anfang Mai kam die zweite Ausgabe von Gruner + Jahrs junger Kochzeitschrift "Deli" in den Handel, nachdem die Erstausgabe nach Verlagsangaben rund 60.000 mal über die Ladentheke ging - IVW-geprüfte Zahlen liegen für die Zeitschrift noch nicht vor. Etwa genau so oft wechselt die Kochzeitschrift "Beef", ebenfalls aus dem Haus G+J, laut Verlag aktuell den Besitzer. Der Verlag hat die Frequenz im vergangenen Herbst von vier auf sechs Ausgaben pro Jahr erhöht. Der Erfolg weckt Begehrlichkeiten: Hubert Burda Media will sich mit "Meet" gerne eine dicke Scheibe vom Erfolg des Konkurrenten aus Hamburg abschneiden. Ob das Rezept aufgeht, muss sich erst noch zeigen.

Die Klassiker von Gruner + Jahr und dem Jahreszeiten Verlag
Die Klassiker von Gruner + Jahr und dem Jahreszeiten Verlag
Und die etablierten Klassiker? Die haben offenbar immer noch eine treue Fangemeinde: Gruner + Jahrs "Essen & Trinken" mittlerweile seit 40 Jahren auf dem Markt, konnte nach jahrelang sinkenden Verkaufszahlen zuletzt wieder spürbar zulegen: Nach dem Tiefpunkt im 2. Quartal 2010, als die verkaufte Auflage auf nur noch 156.570 Exemplare gesunken war, geht es wieder aufwärts - auf zuletzt 190.760 Exemplare im 1. Quartal 2013.

"Der Feinschmecker" aus dem Jahreszeiten Verlag (Jalag), der ebenfalls auf sein 40. Erscheinungsjahr zusteuert (die Erstausgabe erschien 1975), hat sich angesichts der seit Jahren rückläufigen Verkaufszahlen inhaltlich und preislich neu ausgerichtet. Während die Auflage bis Anfang 2010 immer knapp unterhalb der Marke von 100.000 Exemplaren lag, ging es in den vergangenen drei Jahren noch einmal spürbar nach unten: Seit dem 4. Quartal 2011 liegt die verkaufte Auflage bei rund 75.000 Exemplare. Im 1. Quartal 2013 lag der Gesamtverkauf des Gourmet-Magazins bei 75.980 Exemplaren.

Ein Grund dafür dürfte die Preiserhöhung Anfang 2012 sein, als der Copy-Preis von 6 Euro auf 9,95 Euro angehoben wurde. Damit spielt "Der Feinschmecker" nicht nur preislich in einer anderen Liga als Newcomer wie "Deli", das mit einem Preis von 2,50 Euro auch ganz andere Zielgruppen adressiert. Der Verlag verortet den "Feinschmecker" ohnehin nicht im Bereich der Food-Titel, sondern als kulinarisches Lifestyle-Magazin im High-End-Bereich. Hier ist der Jalag-Klassiker nach wie vor die erste Adresse: Im Einzelverkauf blieben die Absatzzahlen trotz der Preiserhöhung weitgehend stabil. dh

Auflagenentwicklung der Food-Klassiker im Vergleich

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