Mediaplaner räumen Billig-BamS Chancen ein

Freitag, 27. Juli 2007
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Die erneut hochkochenden Gerüchte, wonach das Verlagshaus Axel Springer eine bundesweite Boulevard-Sonntagszeitung unterhalb von "Bild am Sonntag" plant, sorgen für noch weiterreichende Spekulationen. So bringen Beobachter die angeblichen Pläne mit dem bevorstehenden Umzug der "Bild"-Gruppe von Hamburg nach Berlin in Verbindung. Dort residiert bereits die Redaktion des Springer-Boulevardblattes "BZ", das bereits auch sonntags erscheint. Nun könnten, so die Überlegung in Verlagskreisen, die Redaktionen von "Bild"/"BamS" und "BZ"/"BZ am Sonntag" zumindest teilweise zusammengelegt werden, um das mögliche neue Boulevardblatt kostengünstig zu produzieren. Damit könnten dann Anzeigen- und Copypreisbereitschaften unterhalb der "BamS" abgeschöpft werden. "Unter dem Gesichtspunkt der Erlösmaximierung könnte das Sinn ergeben", sagt Mediaplaner Oliver Spiller, Head of Print bei GFMO OMD in Hamburg. Branchengerüchten zufolge basteln derzeit zwei Axel-Springer-Teams, die bei den Chefredaktionen von "BamS" und "BZ" angesiedelt sind, an einem solchen Titel. Ein Verlagssprecher wollte zu diesen Fragen keine Stellung nehmen; Pläne zu einer möglichen Zusammenlegung von Teilen der "Bild"- und "BZ"-Redaktionen in Berlin werden dementiert.

"Es gibt mit Sicherheit noch Potenzial auf dem Sonntagsmarkt. Auch für eine günstigere Version der Bild am Sonntag sehe ich daher grundsätzlich Chancen", sagt Harald Bothmann, Gruppenleiter Mediaplanung bei Optimedia in Düsseldorf. Er warnt jedoch vor einer Springer-internen Kannibalisierung: "Es sollte keine BamS light werden, sondern es muss sich um ein inhaltlich eigenständiges Medium handeln, wenn es am Markt bestehen soll." rp/bn

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