Mecom steigert Gewinn und will organisch wachsen

Donnerstag, 13. März 2008
Akquisitionsphase abgeschlossen: David Montgomery
Akquisitionsphase abgeschlossen: David Montgomery

Die Mediengruppe Mecom des britischen Investors David Montgomery will in den kommenden Jahren vor allem organisch wachsen. Im Jahr 2007 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf 1,352 Milliarden Pfund - umgerechnet rund 1,77 Milliarden Euro. Der operative Gewinn lag mit rund 157 Millionen Euro um mehr als ein Fünftel höher. Das Ebitda beträgt circa 214 Millionen Euro - 16 Prozent mehr als 2006. Mecom hat heute "Like for Like"-Kennzahlen präsentiert, die so berechnet sind, als ob das Unternehmen alle Zukäufe ganzjährig besessen hätte. Mecom verlegt rund 300 Titel in fünf europäischen Ländern. In Deutschland ist das Unternehmen mit der Deutschen Zeitungsholding tätig, zu der unter anderem "Netzeitung", "Hamburger Morgenpost", "Berliner Kurier" und "Berliner Zeitung" gehören. Die "Berliner Zeitung" liefert sich derzeit einen Kampf mit ihrem Chefredakteur Josef Depenbrock und will diesen zum Abtritt zwingen. Außerdem fordern die Redakteure von Montgomery einen Verkauf ihres Titels, weil ihnen die Renditeforderungen überzogen erscheinen. Mecom wird immer wieder als Finanzinvestor mit kurzfristigem Interesse bezeichnet, obwohl seine Gruppe ihr Geld ausschließlich im Mediengeschäft verdient.

Ungeachtet des Unfriedens in Berlin, hat sich das Deutschlandgeschäft positiv entwickelt. Der Umsatz ist um 7 Prozent auf rund 142 Millionen Euro gestiegen, das Ebitda um ein Viertel auf circa 19,6 Millionen Euro, der Betriebsgewinn um ein Fünftel auf 15,7 Millionen Euro.

Die starke Akquisitionsphase in den Jahren 2005 bis 2007 betrachtet Montgomery jetzt als abgeschlossen. In den Zeitraum fiel nicht nur der Kauf des Berliner Verlags, sondern auch von Orkla Media. Jetzt soll der Fokus auf organischem Wachstum liegen. Mecom hat außerdem angekündigt, im April in die Main List der Londoner Börse zu gehen.
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