Mecom enttäuscht bei Umsatz und Gewinn / Deutschlandgeschäft schwächelt

Mittwoch, 20. August 2008
Josef Depenbrock
Josef Depenbrock

Mecom, das Zeitungsunternehmen des hierzulande umstrittenen britischen Investors David Montgomery, hat zwar den Umsatz im 1. Halbjahr 2008 leicht gesteigert, muss aber beim Gewinn Rückgänge hinnehmen. Der Umsatz lag in den ersten sechs Monaten des Jahres bei 770 Millionen Pfund - umgerechnet rund 971 Millionen Euro. Das bereinigte Ebitda beläuft sich im "Als-ob-Vergleich", der davon ausgeht, dass alle Aktivitäten Mecoms bereits den ganzen Zeitraum über zum Konzern gehören, auf rund 115 Millionen Euro - 1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Ebitda-Marge liegt damit bei rund 11,8 Prozent und 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Mecom verbucht außerdem einen um 3 Prozent gesunkenen, operativen Gewinn von circa 81 Millionen Euro.

"Die Geschäftseinheiten der Gruppe erbringen insgesamt gute Leistungen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Kostenmanagement und Restrukturierungen werden jedoch auch in Zukunft von grundlegender Bedeutung sein, um rückläufigen Werbeeinnahmen entgegenzuwirken", kommentiert Montgomery die enttäuschenden Zahlen.

In Deutschland ist der Investor, der den Berliner Verlag und die "Hamburger Morgenpost" gekauft hat, wegen seines Umstrukturierungs- und Sparkurses umstritten. Die deutsche Sparte erzielte im 1. Halbjahr einen Umsatz von an die 73 Millionen Euro - was einem Rückgang um rund 1 Prozent entspricht , auch das Ebitda ist um 4 Prozent auf circa 10 Millionen Euro gesunken. Vor allem die auf knapp 38 Millionen Euro gesunkenen Werbeeinnahmen sind für das Minus verantwortlich - der Rückgang beläuft sich auf fast sieben Prozent. Die Ebitda-Marge verschlechterte sich um 0,7 Prozentpunkte auf 14,1 Prozent.

Damit dürfte Josef Depenbrock, der Chef der deutschen Sparte, weiter unter Druck geraten. Depenbrock steckt in einem heftigen Streit mit der Redaktion der "Berliner Zeitung". Sie hatte sich zuletzt vor Gericht dagegen gewehrt, dass Depenbrock in Personalunion Chefredakteur und Geschäftsführer des Titels ist. Das Gericht wies die Klage jedoch ab. Auch beim Berliner Stadtmagazin "Tip" und bei der zuletzt zugekauften "Hamburger Morgenpost" stehen die Zeichen auf Konfrontation. Die kolportierte Renditeziele von um die 18 Prozent bei zeitgleicher geplanter Modernisierung der Redaktionsabläufe dürfte für Depenbrock angesichts des hausinternen Widerstandes daher schwierig bleiben. 
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